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Rote Vogelmilbe bekämpfen Garten-Tipp

Rote Vogelmilbe bekämpfen

Ihre Hühner zeigen auffällige Verhaltensänderungen? Das könnte an der Roten Vogelmilbe liegen! Wie Sie richtig vorbeugen und was bei einem Befall hilft.

Rote Vogelmilbe: Aussehen, Schadbild und was gegen sie hilft

Ein Befall mit roten Vogelmilben (Dermanyssus gallinae) ist für Hühnerhalter meist ein Schock. Schließlich können die Schädlinge für das Geflügel sogar lebensgefährlich werden und auch auf den Menschen übergehen. Die Bekämpfung ist nicht einfach und sollte mit größter Sorgfalt erfolgen.

Alles über den blutsaugenden Ektoparasiten, seine Lebensweise und Vermehrung erfahren Sie in diesem Beitrag. Außerdem erklären wir Ihnen, wie Sie die rote Vogelmilbe erkennen und erfolgreich bekämpfen können.

Aussehen: Daran erkennen Sie die rote Vogelmilbe

IMG_2079-wsEc2jf35rTNix6Wie sieht die rote Vogelmilbe aus? Auf diese Frage gibt es zwei Antworten: so erscheint der gerade einmal 0,5 bis einen Millimeter kleine Vampir nach einer Blutmahlzeit rot, während der restlichen Zeit jedoch ist er grau. Auch verkleinern sich die Milben in den Stunden nach der Mahlzeit, weswegen sie kaum mehr zu sehen sind.

Lebensweise der roten Vogelmilbe

Ist die rote Vogelmilbe im Hühnerstall angekommen, können mehrere Ursachen verantwortlich sein. Sowohl Eier als auch deren Schachteln können die Winzlinge als Transportmittel nutzen. Ebenso kann die rote Vogelmilbe von Mensch und Tier in den Stall gebracht werden. Dass die Vogelmilbe so widerstandsfähig ist und ein ganzes Jahr lang ohne Nahrung überleben kann, vergrößert die Chance auf einen Befall.

Im Stall lebt sie während des Tages gut verborgen. Schmale Ritzen, hohle Sitzstangen und die Unterseite von Kunststoffrosten werden hierfür bevorzugt genutzt. Erst in der Nacht, wenn die Hühner ruhen, kommt die Milbe aus ihrem Versteck und beginnt mit dem Blutsaugen.

Wie vermehrt sich die rote Vogelmilbe?

In den Versteckritzen legt die rote Vogelmilbe Eier ab. Bis zu 50 Stück kommen binnen zwei Monaten auf ein Weibchen. Aus den Eiern entstehen bereits nach rund einer Woche adulte Milben, wenn die Bedingungen optimal sind. Lediglich bei weniger als neun Grad Celsius entwickeln sich keine Tiere mehr, die Milbe überlebt in der Kältestarre allerdings. Erstaunlich niedrige Temperaturen von bis zu minus 25 Grad hält sie dabei sogar bis zu eineinhalb Jahre aus.

Die Schädlinge bleiben lange aktiv. So kommt die rote Vogelmilbe auf eine Lebensdauer von bis zu 190 Tagen, wenn die Umgebungstemperaturen zwischen zehn und 15 Grad liegen. Bei 20 bis 25 Grad verringert sich die Lebenserwartung auf sechs bis 14 Tage. Was ihre Nahrung betrifft, ist die Milbe nicht nur auf das Huhn fokussiert. Dementsprechend kann die rote Vogelmilbe Laufenten und Tauben ebenso befallen.

Schadbild: So äußert sich ein Befall durch die rote Vogelmilbe

Sichtbare Anzeichen zeigen sich in der Regel nicht. Unter dem dichten Gefieder der Hühner bleiben Einstichstellen gut verborgen. Dafür aber ergeben sich teilweise deutliche Verhaltensänderungen bei den Tieren. Das können beispielsweise solche wie

  • Unruhe,
  • Eiablage außerhalb der Nester,
  • Kannibalismus
  • oder Federpicken

sein. Abgesehen davon erscheint der Eidotter oftmals blasser und es können Blutspritzer auf den Eierschalen zu sehen sein. Hat die rote Vogelmilbe starken Befall ausgelöst, kommt es zudem zu Blutarmut bei manchen Tieren. Durch den starken Blutverlust wird das Immunsystem geschwächt und vor allem Jungtiere sterben.

Bei einem Verdacht auf einen Befall sollten Hühnerhalter unbedingt die Stallung kontrollieren. In den typischen Verstecken der Milben finden sich deren Nester, die insbesondere bei größeren Populationen leicht zu erkennen sind.

Ob die rote Vogelmilbe gefährlich für Menschen ist, wird häufig gefragt. Das ist glücklicherweise nicht der Fall, denn Menschenblut stellt zwar eine Nahrungsquelle dar, hilft den Schädlingen aber nicht bei der Vermehrung. Trotzdem können die Stiche stark jucken. Auch muss die rote Vogelmilbe das Eier Essen nicht verderben, da die ovalen Erzeugnisse genießbar bleiben. Eine schnelle Behandlung ist dennoch unabdingbar, um den Bestand nicht zu gefährden.

Rote Vogelmilbe vorbeugen: Das können Sie tun

Am besten ist es, wenn die rote Vogelmilbe Hühner und Stall gar nicht erst befällt. Vorbeugen können Sie mit verschiedenen Maßnahmen, die vor allen Dingen beim Bau und der Gestaltung der Behausung berücksichtigt werden sollten:

  • Nutzen Sie Materialien mit glatter Oberflächenstruktur.
  • Verwenden Sie im Innenbereich kein Holz.
  • Der Stall sollte in Massivbauweise errichtet werden.
  • Verzichten Sie bei Rosten und deren Auflagen auf T-Profile.
  • Nutzen Sie leicht entnehmbare Nestmatten.
  • Verzichten Sie auf Holznester.
  • Verbauen Sie keinen Kunststoff-Kantenschutz.

All diese Maßnahmen dienen dazu, die Versteckmöglichkeiten deutlich zu verringern. Vor einem Befall schützt das nicht gänzlich, es kann ihm jedoch effektiv vorbeugen.

Rote Vogelmilbe bekämpfen: 6 Maßnahmen für leichten bis starken Befall

Ist die rote Vogelmilbe im Stall angekommen, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Doch was hilft gegen die rote Vogelmilbe? Wichtig ist es, sie nicht nur einmalig zu bekämpfen, sondern die einzelnen Maßnahmen regelmäßig zu wiederholen. Sechs wertvolle Tipps:

1. Auf Sauberkeit achten

Säubern Sie den Stall zwischen den Legeperioden äußerst sorgfältig. Sauberkeit als wirksames Mittel gegen die rote Vogelmilbe hilft, da die kleinen Schädlinge sich gerne im Staub verbergen oder auch unter Kot sitzen. Regelmäßiges Entstauben und Ausmisten legt einen wichtigen Grundstein für die Bekämpfung.

Achten Sie darauf, alle externen Gegenstände wie Stiefel, Handschuhe und Werkzeuge gründlich zu reinigen, um eine Ausbreitung oder ein Einschleppen zu verhindern.

Vogelmilben-b2. Raubmilben gegen die rote Vogelmilbe kaufen

Raubmilben sind hungrige Gesellen und mögen die kleinen Blutmilben. Die Gattung Hypoaspis (bei uns im Shop erhältlich) entwickelt sich bei rund 25 Grad Celsius binnen zwölf Tagen. In jedem aktiven Stadium geht die Raubmilbe gegen die rote Vogelmilbe vor.

Die Nützlinge vermehren sich zusätzlich selbst, sodass sie auch längerfristig Gast im Stall bleiben und ebenfalls zur Vorbeugung eingesetzt werden können. Die Raubmilbeneier bringen Sie auf einem feuchten Tuch oder Vlies aus und bedecken es mit einem Tontopf. So trocknen die bodenlebenden Räuber nicht vorzeitig aus und können effektiver auf Beutefang gehen.

Wichtig: In unserem Shop bieten wir Ihnen auch die Möglichkeit AC (Amblyseius cucumeris), ACA (Amblyseius californicus) sowie PP Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) zu erwerben. Diese drei Arten sind ausdrücklich nicht zur Bekämpfung der roten Vogelmilbe geeignet, sondern helfen gegen andere Schädlinge wie Spinnmilben oder Thripse!

3. Bekämpfung am Tagesende

Während Nützlinge gegen die rote Vogelmilbe praktisch zu jeder Tageszeit aktiv sind, sollten Sie alle aktiven Maßnahmen erst am Abend durchführen. In der Dunkelheit fühlen sich die Milben sicher und kommen aus ihren Verstecken. Die perfekte Gelegenheit also, um besonders viele von ihnen zu erwischen.

IMG_2029-wsmtdp6Caltqqj44. Für Wärme im Stall sorgen

Bei zu niedrigen Temperaturen verharren die Vogelmilben gerne in ihren Verstecken. Heizen Sie den Stall bei kühlen Umgebungstemperaturen etwas auf, werden die Schädlinge aktiver und verlassen Ritzen sowie Zwischenräume. Auch das fördert die effektive Beseitigung.

5. Entfernung von Milbennestern

In ihren Nestern (siehe Bild rechts) folgt die rote Vogelmilbe ihrem Lebenszyklus. Sie sind daher das Zentrum allen Übels und sollten unbedingt beseitigt werden. Kratzen Sie die Nester mit einer Spachtel sorgfältig ab und geben Sie sie in eine dichte Tüte aus Papier. Sofort nach der Beseitigung verbrennen Sie die Tüte. Das Abkratzen ist sehr effektiv, denn bei manch anderer Methode werden oft nur jene Milben eliminiert, die sich oben auf den Nestern befinden.

6. Öl gegen die rote Vogelmilbe

Ein letztes Mittel gegen die rote Vogelmilbe: die Bekämpfung mit Öl. Verwenden Sie gewöhnliches Speiseöl und tragen Sie es auf die Verstecke der Milben auf. Kommen die Plagegeister in Kontakt damit, verklebt es deren Atemlöcher und sorgt für die zügige Erstickung. Öl sollte jedoch nur als Ergänzung genutzt werden, da es sich leider nicht großflächig einsetzen lässt.

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