Nützlinge für den Innenraum richtig einsetzen: Wie, wann und welche?

Wenn es um Schädlinge geht, denken die meisten Hobbygärtner an solche in ihrem Garten. Doch auch Zimmerpflanzen können von diesen befallen werden. Erfahren Sie, welche Schädlinge es sich im Haus gemütlich machen, wie Sie diese erkennen und welche Nützlinge helfen.

Welche Schädlinge kommen in Innenräumen vor?

Während der Wintermonate macht es das angenehme Klima innerhalb des Hauses vielen Schädlingen leicht, sich anzusiedeln, zu entwickeln und zu vermehren. Zu den häufigsten gehören:

  • die Woll- und Schmierlaus, die besonders Orchideen schätzt,
  • Blattläuse, welche oft an Zimmerhibiskus und Flammendem Käthchen zu sehen sind,
  • Spinnmilben, die häufig an Elefantenfuß oder Gummibaum vertreten sind,
  • sowie Trauermücken, die im feuchten Substrat der Gewächse leben.

Anders als im Garten gibt es innerhalb des Hauses keine besondere Schädlingsperiode. Bei optimalen Bedingungen wie warmer und trockener Luft oder feuchter Erde, bleiben die lästigen Plagegeister das gesamte Jahr über ein Thema.

Wie Sie den Schädlingsbefall rechtzeitig erkennen

Um einen Befall frühzeitig zu erkennen, eignen sich Blau- und Gelbtafeln sehr gut. Mit ihnen können Sie ein sogenanntes Monitoring durchführen. Sie sind giftfrei, umweltfreundlich sowie sofort einsetzbar und haben eine praxisbewährte Fangfarbe.

Gelbtafeln für ein frühzeitiges Erkennen von eventuellen Schädlingen an Pflanzen
Gelbtafeln für ein frühzeitiges Erkennen von eventuellen Schädlingen an Pflanzen

Eingesetzte Nützlinge werden kaum von den Leimtafeln angezogen und falls sie sich doch hierhin verirren, dann nur durch verstärktes Suchen nach Schädlingen. Sie sollten diese Leimtafeln daher nicht in unmittelbarer Nähe eines Nützlingsträgers anbringen.

Ob Sie Gelb- oder Blautafeln nutzen sollten, hängt von der Schädlingsart ab. So kommen Gelbtafeln für

  • Weiße Fliegen,
  • Minierfliegen,
  • Blattläuse,
  • Trauermücken,
  • Rettichfliegen
  • und Möhrenfliegen

in Betracht, während Blautafeln für das Monitoring von Thrips und besonders Frankliniella occidentalis (Kalifornischer Blütenthrips) ratsam sind.

Welche Nützlinge bei Zimmerpflanzen eingesetzt werden können

Genau wie bei Blau- und Gelbtafeln müssen Sie auch die Wahl der Nützlinge zur biologischen Bekämpfung an die jeweilige Schädlingsart anpassen. Diese Liste hilft bei der Orientierung:

Florfliegenlarven helfen gegen Blattläuse, Spinnmilben, Thrips sowie Woll- und Schmierläuse – Gerade die Chrysocards, bestückt mit Florfliegeneiern, eignen sich hervorragend für die Anwendung im Innenraum
• Der Australische Marienkäfer und dessen Larven beseitigen die Zitrusblattlaus und ebenfalls Woll- und Schmierläuse
ACA Raubmilben setzen Sie gegen Spinnmilben und Thrips ein
PP Raubmilben eliminieren Spinnmilben
AC Raubmilben eignen sich bei der Bekämpfung von Thrips
SF Nematoden bewähren sich im Kampf gegen Trauermücken
Hypoaspis Raubmilben können gegen die Vogelmilbe sowie bei Schlangen im Terrarium und ggf. im Hühnerstall eingesetzt werden

Welche vorbeugenden Maßnahmen sich in Innenräumen anbieten

Da einige Schädlinge mit Pflanzen in das Haus gelangen, die sonst im Freien stehen und überwintern müssen, untersuchen Sie die Gewächse vorab gründlich. Spülen Sie die Pflanze mit einer Kali- oder Seifenlauge vorsorglich ab. Die Seifenlauge legt sich wie eine Art Film auf die Oberfläche, unter dem die Schädlinge ersticken und absterben. Auch kann ein Rückschnitt der Pflanze einen bereits vorhandenen Schädlingsbefall reduzieren.

Sie sollten Pflanzen, die Sie zum Überwintern in den Innenraum holen, nicht in eine frühlingshafte, warme Umgebung stellen. Dies kann dafür sorgen, dass sich angesiedelte Schädlingseier entpuppen und aktiv werden. Achten Sie darauf, dass die Pflanze möglichst kühl aber frostsicher und ausreichend hell steht. Empfehlenswert sind Wintergärten, lichtdurchflutete Gartenschuppen oder helle Treppenhäuser.

Um ihre Zimmerpflanzen vorbeugend zu schützen, verwenden Sie Florfliegen Eier zum Aufhängen.
Die Eier benötigen eine Raumtemperatur von min 12C damit sich die Larven vollständig entwickeln können. Auch hier ist das regelmäßige Absprühen mit einer leichten Seifenlauge eine passende Maßnahme zur Prävention. Untersuchen Sie Pflanzen regelmäßig und achten Sie auf optimale Standort- und Nährstoffbedingungen. Auch eine fachgerechte Versorgung mit einem geeigneten Dünger empfiehlt sich. Dies kräftigt die Gewächse und schützt in vielen Fällen vor einem Übergreifen der Schädlinge.

Warum sich der Schädlingsbefall im Winter zurückzieht – und dennoch gefährlich ist

Da viele Pflanzen im Herbst und Winter ihr Laub verlieren oder sich wieder in den Boden zurückziehen, geht auch der Schädlingsbefall zurück. Die Kälte spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Stoffwechsel von Nützlingen und Schädlingen verlangsamt sich und sorgt für Inaktivität. Auch die kleinsten von ihnen gehen in eine Art Winterschlaf und tun es somit einigen Wildtieren gleich.

Das klingt zwar positiv, gänzlich unterschätzt werden darf die Problematik aber nicht, denn wenn Sie Nützlinge erst wieder einsetzen, sobald der Befall nach dem Winter wieder zurückgekehrt ist, ist es meist schon zu spät. Ein gutes Beispiel stellt in diesem Kontext die erwachsene Blattlaus dar. Sie überlebt milde Winter, erfriert jedoch, wenn es kühler wird. Das Problem: Blattläuse legen ihre Eier an den Pflanzen bereits während der Herbstmonate ab. Diese Eier sind sehr widerstandsfähig gegen Nässe, Kälte und Frost. Daher empfehlen wir im Frühjahr einen Einsatz von Florfliegenlarven.