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Trauermücken bekämpfen Garten-Tipp

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Trauermücken bekämpfen

Beim Blumengießen steigen kleine schwarze Fliegen auf? Das sind wahrscheinlich Trauermücken! Wie Sie sie erkennen, bekämpfen und richtig vorbeugen.

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Trauermücken: Aussehen, Schadbild und was gegen sie hilft

Sie haben kleine schwarze Fliegen entdeckt, die um Ihre Pflanze herum schwirren? Dabei könnte es sich um Trauermücken (Sciaridae) handeln. Die fliegenden Plagegeister sind weniger das Problem. Vor allem gegen Trauermücken Larven sollten Sie vorgehen, denn sie können Ihre Gewächse nachhaltig schädigen.

Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, woran Sie diesen Schädling erkennen, wie Sie Trauermücken natürlich bekämpfen und was Sie vorbeugend tun können – damit Sie der drohenden Plage schnell wieder Herr werden!

Aussehen: Daran erkennen Sie Trauermücken

Was sind Trauermücken? Im ersten Moment ist es schwierig, eine Trauermücke von einer Fruchtfliege zu unterscheiden. Immerhin handelt es sich in beiden Fällen um winzige Zweiflügler. Sehen Sie näher hin, zeigen sich jedoch Unterschiede. So fliegen die Trauermücken in der Wohnung und außerhalb taumelnd und nicht geradlinig. Auch verlassen sie das Umfeld von Blumentöpfen kaum.

Sicher fragen Sie sich außerdem: „Woher kommen Trauermücken?“. Angelockt werden die Mücken vom Geruch, der bei Fermentationsprozessen entsteht. Ein riechender Küchenabfluss ist für sie genauso attraktiv wie Obstschalen oder Essig. Auch Blumenerde selbst verfügt über eine anziehende Wirkung. Die Mücken gelangen dann auf dem Luftweg in Wohnung, Gewächshaus und Garten.

Aber wie sehen Trauermücken aus? Gut erkennbar sind sie anhand ihres schwarz gefärbten, schmalen Körpers mit dunklen Flügeln. Die Mücken werden zwischen zwei und sieben Millimetern lang. Manche von ihnen verfügen über einen dunklen, wiederum andere über einen farbigen Bauch. Fühler und Beinchen sind gut sichtbar.

Larven von Trauermücken sind zwischen fünf und zehn Millimetern lang. Ihre Körper verfügen über eine grau-weißliche Färbung und einen schwarzen Kopf. Sie leben in der Blumenerde und entwickeln sich dort zu adulten Schädlingen.

Übrigens: Im Vergleich zu anderen Mückenarten können Trauermücken nicht stechen, da ihnen der entsprechende Rüssel fehlt.

Lebensweise der Trauermücken

Werden Weibchen angelockt und finden sie einen passenden Blumentopf mit gut erreichbarer, feuchter Erde, beginnt der Trauermücken Lebenszyklus. Die Fliegen legen zwischen 160 und 300 Eier in die Erde. Aus ihnen schlüpfen nach rund einer Woche Larven, wobei Trauermücken verschiedene Stadien bis zum adulten Tier durchlaufen.

Aus den Larven bilden sich nach rund 14 Tagen Puppen, aus denen nach wiederum einer Woche ausgewachsene Fliegen schlüpfen. Gerade die Larven gelten als problematisch, denn sie ernähren sich unterirdisch von den Wurzeln der befallenen Pflanze. Auf dem Speiseplan stehen zudem auch Pilze, Algen, Moos und altes Laub.

Und wie lange leben Trauermücken? Nach dem Schlupf aus der Puppe verfügen ausgewachsene Trauermücken über eine Lebensdauer von etwa einer Woche. Im Haus finden die Mücken das gesamte Jahr über perfekte Lebensgrundlagen. Das Freiland jedoch ist nur während des Sommers attraktiv für sie. Bei Frost und Kälte können sie nicht überleben.

Schadbild und Folgen eines Befalls durch Trauermücken

Einen Befall zu identifizieren, ist gerade zu Beginn nicht leicht. Sobald die Trauermücken Eier aber für viele Nachkommen gesorgt haben, sind kleine Fliegen rund um die Pflanzen ein unverkennbares Zeichen. Da die Mücken recht schreckhaft sind, schwirren sie bei leichtem Wackeln an Gewächsen und Töpfen sofort umher.

Darüber hinaus erkennen Sie das Trauermücken Schadbild an folgenden Punkten:

  • Larven in der Erde
  • Fraßspuren an Pflanzenwurzeln
  • Wachstumsstörungen
  • Verkümmerung
  • Keim- und Setzlinge sterben ab
  • Verfärbungen der Blätter
  • Fäulnis im Bereich der Triebe

Welche Pflanzen Trauermücken bevorzugt befallen

Als wählerisch kann diese Mücke nicht gerade bezeichnet werden. Überall dort, wo sich warmes Klima und feuchte Erde zeigen, fühlen sich die Schädlinge wohl. Aus diesem Grund lässt sich das potenzielle Wirtsspektrum nur schwer eingrenzen. Im Haus sind Trauermücken an Orchideen und Farnen zu sehen, im Freiland schätzen Sie außerdem

  • Geranien,
  • Kartoffelpflanzen,
  • Petersilie,
  • Sellerie,
  • Dill,
  • und Rotklee.
Gut zu wissen: Nicht attraktiv für die Mücken sind Zwiebelpflanzen, Schnittlauch, Knoblauch und Fingerhut.

Trauermücken vorbeugen: Das können Sie tun

Was tun gegen Trauermücken? Mit der richtigen Vorsorge halten Sie die Plagegeister fern. Um Fraßschäden durch die hungrigen Larven zu vermeiden, sollten sich die Zweiflügler am besten gar nicht erst auf Ihren Pflanzen niederlassen. Mit unseren sechs Maßnahmen können Sie Trauermücken vorbeugen:

  • Raumtemperatur im Winter regulieren: Da es die Schädlinge gerne warm haben, mögen sie gut beheizte Räumlichkeiten besonders gerne. Im Winter ist es ratsam, Räume nicht zu sehr zu heizen. Eine Temperatur von rund 20 Grad und regelmäßiges Lüften helfen dabei, die fliegende Plage fernzuhalten.
  • Neue Erde gut kontrollieren: Da die Larven der Trauermücken in Blumenerde leben, achten Sie schon beim Kauf neuer Erde auf die kleinen Tiere. Vor allem bei Erden mit einem recht hohen Kompostanteil kann es sonst passieren, dass Sie sich die Störenfriede unbewusst in Haus und Garten holen.
  • Blumenerde sterilisieren: Mit Hitze lassen sich die Larven von Trauermücken beseitigen bzw. abtöten. Manche Gartenfreunde greifen daher zum Backblech und geben neue Erde für rund zehn bis 20 Minuten bei 200 Grad in den Backofen. Diese Methode gilt jedoch als nicht unumstritten. So gehen dadurch auch wertvolle Mikroorganismen verloren, die für gesunde und widerstandsfähige Pflanzen unerlässlich sind.
  • Zu viel Feuchtigkeit vermeiden: Besonders leicht bewegen können sich die Larven der Mücke in feuchter Erde. Staunässe im Topf kommt ihnen gerade recht und schwächt die Pflanze zusätzlich. Achten Sie folglich auf eine gute Drainage und gießen Sie Ihre Gewächse nur mäßig. Gerade im Winter während der Heizperiode ist geringe Feuchtigkeit im Topf eine gute Vorbeugungsmaßnahme.
  • Eiablage mit Kieseln und Sand erschweren: Hilfe gegen Trauermücken, die ihre Eier in die Erde ablegen wollen, bieten Kiesel oder Sand. Legen Sie eine Schicht auf der Erdoberfläche an, finden die Winzlinge keinen Weg hindurch und suchen im besten Falle das Weite. Trauermücken mit Sand abzuhalten lohnt sich auch während der aktiven Bekämpfung.
  • Strumpfhose als Schutz spannen: Des Weiteren können Sie eine Strumpfhose mit feinen Maschen zur Vorbeugung von Trauermücken als Hausmittel verwenden. Durch die winzigen Löcher kann keine der noch so kleinen Fliegen eindringen. Das bietet auch zusätzlichen Schutz vor weiteren Schädlingen.

Trauermücken bekämpfen: 10 hilfreiche Maßnahmen

Was hilft gegen Trauermücken? Hat sich der Befall erst einmal manifestiert, befinden sich nicht nur erwachsene Exemplare auf der Pflanze, sondern auch Larven, Eier und Puppen in der Erde. Möchten Sie Trauermücken bekämpfen, sollten Sie deshalb gegen alle genannten Stadien vorgehen. Im Folgenden stellen wir Ihnen zehn Mittel gegen Trauermücken genauer vor und zeigen, worauf dabei zu achten ist:

1. Befallene Pflanze isolieren

Bevor Sie Hausmittel gegen Trauermücken zum Einsatz bringen, entfernen Sie die betroffene Pflanze aus ihrem gewohnten Umfeld. So verhindern Sie ein Übergreifen auf weitere Gewächse. Das ist natürlich nur möglich, wenn die Pflanze in einem beweglichen Topf steht.

2. Fleischfressende Pflanzen aufstellen

Einer nicht allzu starken Ausbreitung begegnen Sie, indem Sie Fettkraut in der Nähe der heimgesuchten Pflanzen aufstellen. Auch andere Gattungen fleischfressender Pflanzen sind empfehlenswert. Sobald die Fliegen in Kontakt mit den Karnivoren geraten, sterben Sie. Getötet werden dabei jedoch nur die adulten Tiere, weswegen Fettkraut und Co. nicht das einzige Mittel bei der Trauermücken Bekämpfung bleiben sollten.

3. Gelbsticker gegen Trauermücken verwenden

Möchten Sie adulte Trauermücken loswerden, helfen Gelbtafeln. Die Schädlinge werden von ihnen angezogen und bleiben an der Oberfläche kleben. Platzieren Sie die Tafeln direkt im Substrat der Pflanze oder hängen Sie sie an ihr auf. Vergessen Sie dabei allerdings nicht, dass auch hierbei Larven, Eier und Puppen nicht eliminiert werden. Gelftafeln eignen sich zur Befallsreduzierung und zum Monitoring (Befallsüberwachung).

4. Streichhölzer in die Erde stecken

Streichhölzer gegen Trauermücken zu verwenden ist eine weitere gute Idee. Stecken Sie dafür Streichhölzer so in die Erde, dass das obere Ende herausschaut. Der Kopf sollte vollständig im Substrat verschwinden. Beim Gießen wird der enthaltene Schwefel gegen Trauermücken ausgeschwemmt und tötet die Larven ab. Für einen rund zehn Zentimeter breiten Topf benötigen Sie nur zwei bis drei Streichhölzer. Tauschen Sie die Hölzer nach etwa zwei Wochen aus.

5. Nützlinge gegen Trauermücken einsetzen

Natürliche Fressfeinde können die kleinen Schädlinge schnell und effektiv dezimieren. Daher eignen sie sich auch für bereits fortgeschrittene Befallsstadien. Achten Sie darauf, die Nützlinge nach Anweisung zu verwenden.

Nematoden

Bringen Sie SF Nematoden gegen Trauermücken mit dem Gießwasser in der Erde aus, dringen die Fadenwürmer in die Larven ein und sondern ein tödliches Bakterium ab. In feuchter Erde bei einer Temperatur ab zwölf Grad Celsius finden die Nematoden beste Überlebensbedingungen. Sie bleiben somit erhalten und töten auch nachfolgende Larven, die aus gelegten Eiern entstehen, ab.

Raubmilben

Hypoaspis Raubmilben fressen Trauermücken Larven. Ihre Eier bringen Sie auf der Erde der betroffenen Pflanze aus, wo sich die Milben bei guten Bedingungen schnell entfalten und vermehren. Sobald sich eine stabile Raubmilben-Population gebildet hat, wird der Befall im Keim erstickt. Im Schnitt dauert das zwischen sieben und zehn Tage.

6. Trauermücken Falle selber machen

Wie auch Fruchtfliegen lassen sich Trauermücken durch Essig anlocken. Das bietet die Möglichkeit, Fallen zu bauen, die die adulten Tiere fangen. Stellen Sie am besten mehrere Fangvorrichtungen in der Nähe betroffener Pflanzen auf. Zwei verschiedene Bauweisen stehen dabei zur Auswahl:

Die Deckelfalle

Für den Bau einer Deckelfalle benötigen Sie einen Becher, Essig und etwas Klarsichtfolie. Füllen Sie den Becher mit Essig und spannen Sie anschließend Folie über dessen Öffnung. In die Abdeckung stechen Sie mehrere Löcher. Die Mücken krabbeln nun durch die Löcher hinein und finden nicht mehr heraus.

Die Sinkfalle

Beim Trauermücken Bekämpfen mit dem Hausmittel Essig können Sie sich auch Spülmittel zunutze machen. Füllen Sie erneut einen Becher mit Essig und geben Sie einen Tropfen Spüli hinein. Das Mittel hebt die Oberflächenspannung auf, sodass die Mücken schnell versinken und ertrinken.

7. Neem-Produkte verwenden

Bringen Sie Neemöl gegen Trauermücken mit dem Gießwasser in das Erdreich unter der Pflanze aus und besprühen Sie auch das Gewächs damit, hemmen Sie die Entwicklung der Mücken. Im Neemöl enthalten ist der Wirkstoff Azadirachtin, der eine erneute Eiablage verhindert und die Entfaltung der Larven blockiert.

8. Blumenerde austauschen

Sind Sie mit der Bekämpfung von Trauermücken beschäftigt, kann der Austausch der Erde Sinn machen. Darin finden sich viele Eier sowie Larven, aus denen schnell eine neue Generation entstehen kann. Entfernen Sie die Erde danach besonders gründlich und spülen Sie den Wurzelballen behutsam ab. Beseitigt werden sollte die Erde im Hausmüll, nicht aber auf dem Kompost.

9. Im Ernstfall: Pflanze entsorgen

Eine stark befallene Pflanze, die bereits deutlich geschwächt wurde und möglicherweise auch an Pilzerkrankungen wie Mehltau oder Sternrußtau leidet, lässt sich kaum mehr retten. In diesem Fall sollten Sie das gesamte Gewächs inklusive der Erde im Hausmüll entsorgen.

10. Blumentöpfe nach der Bekämpfung gründlich säubern

Sobald Sie Blumenerde austauschen oder Pflanzen wegwerfen, könnten Eier und Larven auch im Inneren des Topfes erhalten bleiben. Verzichten Sie deswegen niemals auf das gründliche Auswaschen der Gefäße.

Abgesehen von den genannten Mitteln kursieren Tipps rund um weitere Methoden. So sollen gegen Trauermücken auch

  • Zigarettenasche (Nikotin)
  • Backpulver
  • Teebaumöl
  • Zimt 
  • Knoblauch
  • Kaffeesatz
  • Natron
  • und Desinfektionsmittel

helfen. Hierzu allerdings muss gesagt werden, dass sich diese Mittel bisher nicht als besonders effektiv erwiesen haben und daher kaum empfehlenswert sind. Konzentrieren Sie sich deshalb besser auf die vorher genannten Möglichkeiten und wenden Sie diese kombiniert an. Dann ist die Trauermücken-Plage schnell wieder unter Kontrolle.

Bildnachweis: Eidechse -> © lianem / 123RF.com

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