Pfirsichbaum pflanzen und pflegen
So wächst Ihr Pfirsichbaum prächtig und bildet saftige Früchte aus
Richtig pflanzen, pflegen und Krankheiten behandeln
Übrigens:
Weißer oder roter Pfirsich? Überlegen Sie sich schon vorab, welche Sorten Ihnen zusagen. Wenn Sie dann einen Pfirsichbaum kaufen wollen, halten wir zahlreiche beliebte Favoriten wie 'Kernechter vom Vorgebirge' oder 'Revita®' für Sie bereit.
Gut zu wissen:
Im Winter und den Wochen nach der Pflanzung hat Ihr Bäumchen „düngerfrei“. Die extra Nährstoffzufuhr könnte dem Gewächs in diesen Phasen eher schaden.
Pfirsiche ernten: Wann und wie?
Wann sind Pfirsiche reif? Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden, da der Reifezeitpunkt stets sortenabhängig ist. Prinzipiell konzentriert sich die Erntezeit bei dieser Steinfrucht allerdings auf die Monate August und September. Frühe Sorten können Sie aber bereits ab Juli pflücken.
Wann Sie Pfirsiche ernten können, erkennen Sie an ihrer schönen Färbung und der auf leichten Druck nachgebenden Oberfläche. Auch duften die Früchte in diesem Stadium herrlich. Pflücken Sie die Pfirsiche am besten behutsam inklusive des kleinen Stielansatzes und lagern Sie sie in reifem Zustand nur kurz.
Unser Tipp:
Frisch vom Baum gepflückt, schmecken Pfirsiche einfach am besten! Es ist jedoch nicht schlimm, wenn Sie schon ein paar Tage vor der perfekten Reife zur Tat schreiten, denn bei warmer Lagerung reifen die Früchte noch nach.
Hausmittel gegen die Kräuselkrankheit
Dass ein Pfirsichbaum mit Kräuselkrankheit durch Hausmittel wie Milch oder Essig geheilt werden kann, ist leider ein Mythos. Es gibt bei Ausbruch der Erkrankung keine Möglichkeit, diese einzudämmen oder vollständig abzuwenden. Das Aufsprühen von Essig erscheint indes noch etwas sinnvoller als die Verwendung von Milch, ganz wird sich der Pilz aber auch hierdurch nicht zurückdrängen lassen.
Ein wenig vorbeugen können Sie dem Befall, indem Sie eine Knoblauchbrühe herstellen und diese ab dem Anschwellen der Knospen bis in den Juni hinein alle zwei Wochen auf den Baum sprühen.
Für die Brühe geben Sie 250 Gramm Knoblauchzehen geschält und gehackt auf einen Liter Wasser, lassen die Mischung einen Tag lang stehen und kochen sie anschließend kurz auf. Nach dem Abkühlen kann die Brühe abgeseiht und im Verhältnis 1:5 mit sauberem Wasser gemischt und ausgebracht werden.
Pfirsiche faulen am Baum
Sollten sich an Ihrem Pfirsichbaum unschöne Früchte zeigen, bei denen Ihnen der Appetit auf leckeres Obst vergeht, kann das verschiedene Gründe haben. Schon kleine Verletzungen der Schale – beispielsweise durch Vogelschnäbel oder Bissspuren von Insekten – können die Früchte schneller verderben lassen, was sich bereits vor der Reife am Baum zeigt.
Ein weiterer Grund für faulige Pfirsiche am Baum ist möglicherweise die sogenannte Monilia-Fruchtfäule. Hier befällt ein Pilz namens „Monilia fructigena“ die Früchte und sorgt für faule Stellen, die sich schnell über die gesamte Oberfläche ausbreiten können. Erkennbar werden dann weiße Sporenherde, die Früchte schrumpfen zusammen und verderben letztlich vollends.
Ein befallener Baum sollte möglichst zügig von allen Früchten befreit werden, die Anzeichen aufweisen. Diese gehören selbstverständlich nicht auf den Kompost, sondern in den Hausmüll, weil sich der Pilz sonst noch stärker ausbreiten könnte.
Monilia-Spitzendürre
Nebst Monilia fructigena gibt es noch einen weiteren Pilzerreger dieser Familie: „Monilia laxa“. Er befällt nicht nur Sauerkirschen, sondern gerne auch anderes Steinobst und löst dabei die sogenannte Spitzendürre aus. Bekommt der Pfirsichbaum gelbe Blätter und vertrocknen diese schnell, könnte es sich um Spitzendürre handeln. Im weiteren Verlauf der Krankheit sterben Triebe von der Spitze an allmählich ab.
Um einen Befall so schnell wie möglich einzudämmen, sollten Sie direkt beim Erkennen erster Symptome einen Beschnitt vornehmen. Haben Sie keine Angst davor, Ihren Pfirsichbaum zu verschneiden und kürzen Sie alle befallenen Triebe sehr großzügig. Diese werden anschließend im Hausmüll entsorgt.
Förderlich für die Spitzendürre und andere Erkrankungen kann die falsche Standortwahl sein. Merken Sie, dass sich das Gewächs an einem Platz nicht wohl fühlt, sollten Sie Ihren Pfirsichbaum umsetzen. Dies ist vor allem in jüngeren Jahren machbar und sollte im Herbst vorgenommen werden.
Gummifluss-Krankheit
Darüber hinaus kann an Ihrem Pfirsichbaum Gummifluss auftreten. Diese Erscheinung wird auch „Gummose“ oder „Gummosis“ genannt und zeigt sich durch den Austritt einer klebrigen, harzähnlichen Masse aus Ästen und Rinde. Leidet Ihr Pfirsichbaum unter Krankheiten, kann es zu Gummifluss kommen, wobei eine Schwächung durch falsche Standortwahl oder anderweitigen Stress ebenfalls in Betracht kommt.
Erkennen Sie Gummifluss an Ihrem Baum, könnte er folglich von Krankheiten wie Spitzendürre oder Kräuselkrankheit betroffen sein. Zudem ist es denkbar, dass er durch Schädlinge wie Rindenwickler geschwächt wurde. Was den Standort betrifft, stehen ungeeignete Böden, starke Trockenheit, Staunässe und Kälte als potenzielle Auslöser zur Debatte.
Um Gummifluss vorzubeugen, sollten Sie deshalb besonders gut mit Ihren Gewächsen umgehen und auf deren individuelle Bedürfnisse achten. Auch sollten Sie bei Verdacht auf Standortprobleme nicht zögern und Ihren Pfirsichbaum umpflanzen. Bei einem Zwergpfirsichbaum mit Gummifluss könnte womöglich einfach der Kübel zu klein sein.
Pfirsichbaum trägt keine Früchte
Trägt ein Pfirsichbaum keine Früchte, sind erneut verschiedene Ursachen im Rahmen des Möglichen. So kann es sein, dass Sie beim Beschnitt versehentlich die echten Fruchttriebe entfernt haben, was die Ausbildung von Pfirsichen praktisch unmöglich macht.
Ein weiterer Grund für ausbleibende Erträge sind Spätfröste, die die empfindsamen Blüten schädigen und der Fruchtausbildung so die Grundlage entzieht. Sollten sich Spätfröste ankündigen, schützen Sie Ihren Baum daher am besten mit einem locker sitzenden Vlies. Gerade bei großen Bäumen ist das jedoch nicht immer machbar, weswegen Ernteausfälle in schlechten Jahren leider hingenommen werden müssen.
Es ist ratsam, bei fehlender Fruchtausbildung alle wichtigen Details der Pfirsich- und Zwergpfirsich- Pflege durchzugehen und zu überlegen, wo sich Probleme ergeben könnten. Gelegentlich können durch Veränderungen der Düngung und Bewässerung bessere Erntejahre eingeläutet werden. Manchmal braucht ein Baum tatsächlich einen vollkommen neuen Standort, an den er sich zunächst gewöhnen muss, bevor er Früchte tragen kann.