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Mehltau bekämpfen Garten-Tipp

Mehltau bekämpfen

Ob Echter oder Falscher Mehltau – wir zeigen Ihnen, wie Sie die Pilzkrankheiten unterscheiden, natürlich bekämpfen und vorbeugen.

Mehltau: Alles Wissenswerte rund um beide Arten und was gegen sie hilft

Weißliche Beläge auf den Blättern Ihrer Pflanzen sind ein Alarmzeichen. Sie deuten darauf hin, dass sich der Mehltau an ihnen zu schaffen macht. Um eine genauere Begutachtung kommen Sie nicht herum, wenn Sie Mehltau bekämpfen wollen. Zunächst nämlich gilt es, den genauen Schädling zu entlarven. Ob Echter oder Falscher Mehltau in Ihrem Garten wütet, entscheidet über das weitere Vorgehen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die beiden Pilzkrankheiten voneinander unterscheiden können und welche Pflanzen akut bedroht sind. Zudem zeigen wir Ihnen fünf Hausmittel zur biologischen Bekämpfung und geben zahlreiche Tipps zur Vorbeugung.

Besonderheiten und Unterschiede: Echter und Falscher Mehltau

Es gibt zwar insgesamt mehr als 100 verschiedene Gattungen von Mehltau. Im Garten kommen jedoch vor allem Echter Mehltau (Erysiphaceae) und Falscher Mehltau (Peronosporaceae) vor. Auf diese wird im Folgenden näher eingegangen.

Echter Mehltau: Schadbild, Entwicklung und Vermehrung

Der Echte Mehltau ist wie auch der Sternrußtau eine Pilzkrankheit. Ein weißlicher, mehlartiger Belag legt sich bei einem Befall mit dem „Schönwetterpilz“ auf – vornehmlich junge – Pflanzenteile. Warmes Wetter mit Temperaturen ab 24 Grad Celsius fördert die Sporenbildung. Der Belag breitet sich an Blattober- und Blattunterseite sowie an den Trieben und Blütenknospen aus. Er lässt sich leicht wegwischen. Kann sich der Pilz uneingeschränkt ausbreiten, befällt er unter Umständen sogar die gesamte Pflanze.

Befallene Blätter rollen sich ein, verkrüppeln und fallen letztendlich ab. Bei diesem Pilz, der rund 19 Gattungen umfasst und zu den Schlauchpilzen gehört, ist die Pflanze ein überlebenswichtiger Wirt. Bei einer Infektion breitet sich das Geflecht auf den Blättern aus, während kleine Saugfortsätze die Nährstoff- und Wasserversorgung sicherstellen. So agiert Echter Mehltau als Ektoparasit, entzieht der Pflanze aber aus dem Inneren ihrer Blätter heraus die Lebensgrundlage. Eine Übertragung des Pilzes auf Pflanzen geschieht häufig über die Luft oder durch den Kontakt mit Insekten.

Echter Mehltau ist keine Erscheinung, die nach einem Winter wieder vorübergeht. Das liegt daran, dass es bei dieser Pilzerkrankung zur Ausbildung von Sporen kommt, die niedrige Temperaturen und Frost gut überdauern können. Das Geflecht auf den Pflanzen kann in weniger kalten Wintern ebenso am Leben bleiben und sich im kommenden Jahr weiter vermehren.

Sobald es warm genug ist, bildet der Pilz Sommersporen aus, die das Befallsbild vorantreiben und die Bekämpfung immer schwerer machen. Dank ihres leichten Gewichtes können die auch als Konidien bezeichneten Sommersporen problemlos mit dem Wind reisen und weitere Pflanzen befallen. Im frühen Herbst stoppt die Konidienbildung und der Pilz breitet sich aus, indem er Fruchtkörper ausbildet. Innerhalb dieser Fruchtkörper befinden sich Ascosporen, denen der folgende Winter nichts anhaben kann.

Falscher Mehltau: Schadbild, Entwicklung und Vermehrung

Falscher Mehltau erscheint nur an der Blattunterseite mit einem weißen oder grau-blauem, mehligen Belag, der sich nicht oder nur schlecht abwischen lässt. Auf der Blattoberseite bildet sich ein gelblich-brauner Fleckenteppich. Gerade feuchte, regnerische Witterung fördert diese Pilzkrankheit, weswegen sie auch als „Schlechtwetterpilz“ bezeichnet wird.

Der Falsche Mehltau gehört zu den Eipilzen. Seine Überlebensstrategien ähneln jenen, die Braun- oder Kieselalgen nutzen. Er ist kein Ektoparasit, sondern kann sehr tief in das Pflanzengewebe eindringen und sich zwischen den Zellen ausbreiten. Genau wie der Echte Mehltau versorgt sich dessen falscher Verwandter über Saugfortsätze, die in Pflanzenzellen eindringen. Dies kann zu Wachstumsstörungen und Problemen mit der Ausbildung von Früchten führen.

Der Falsche Mehltau ist gut dazu in der Lage, einen Winter zu überstehen. Dort bildet er resistente Oosporen im Laubboden aus. Ab Temperaturen von rund elf Grad Celsius kommt es zur Entstehung von Fruchtkörpern, die ebenfalls Sporen enthalten. Bei ausreichend feuchtem Wetter ist es den behaarten Sporen des Falschen Mehltaus möglich, sich fortzubewegen.

Liegen die Temperaturen dann bei Niederschlag zwischen 15 und 20 Grad Celsius, befällt der Pilz die Blätter von Pflanzen. Über deren Unterseite gelangt er in das Gewebe und bildet weitere Sporen aus, die sich bei hoher Luftfeuchtigkeit auf anderen Pflanzen niederlassen. Daher vermehrt sich Falscher Mehltau vor allem während der Herbstmonate, im Frühjahr sowie in Gewächshäusern. Vor dem Winter bildet er erneut seine resistenten Sporen aus, was den Lebenszyklus ein weiteres Mal anstößt.

Welche Pflanzen Mehltau gerne befällt

Beide Mehltauarten befallen nicht unbedingt die gleichen Pflanzen. Wo sich das Schadbild zeigt, kann deshalb durchaus aufschlussreich sein. Hinzu kommt, dass manche betroffenen Pflanzen sehr untypisch aussehen, weshalb Sie den Befall nur mit entsprechenden Vorkenntnissen erkennen können. Die nachfolgende Übersicht soll Ihnen die Zuordnung erleichtern.

Der Echte Mehltau befällt besonders gerne:

  • Weinreben
  • Erdbeeren
  • Tomaten
  • Sonnenblumen
  • Lupinen
  • Rittersporn
  • Rosen
  • Apfelbäume
  • Felsenbirnen
  • Ahorn
  • Eichen

Es kann jedoch auch bei weiteren grünen Pflanzen sowie Gehölzen zur Ausbildung des Schadbildes kommen. Erhöhte Vorsicht gilt bei Mehltau an Erdbeeren und Weinreben, denn hier fehlt zumeist der charakteristische Belag als Symptom.

Stattdessen zeigen betroffene Pflanzen rote Farbveränderungen an den Blattunterseiten und es kommt zum Einrollen der Blätter nach oben. Aufplatzende Trauben bei Weinreben und matschige Tomaten mit brauner bis schwarzer Farbe sind ebenfalls Anzeichen für einen Befall.

Der Falsche Mehltau kommt häufig vor bei:

  • Weinreben
  • Kartoffeln
  • Tomaten
  • Sellerie
  • Kürbis
  • Gurke
  • Erdbeeren
  • Erbsen
  • Rosen
  • Sonnenblumen
  • Rüben
  • Kopfsalat

Auch hierbei gilt: diese Liste ist nicht zwingend vollständig. Falscher Mehltau kann sich schnell verbreiten, selbst wenn einzelne Arten bevorzugt spezielle Gattungen von Pflanzen infizieren.

Besteht bei einem Befall Gesundheitsgefahr?

Fest steht, dass Mehltau für die Bildung toxischer Stoffe verantwortlich ist. Aus diesem Grund liegt die Frage nahe, ob Sie kontaminiertes Obst und Gemüse ohne Weiteres essen dürfen. Dazu sei gesagt, dass die Früchte betroffener Pflanzen zwar nicht giftig sind, vom Verzehr allerdings abgeraten wird.

Das liegt daran, dass die Pilze einige Allergene absondern, die bei vielen Menschen heftige Reaktionen auslösen können. Menschen mit Pilzallergien oder einer Penicillinunverträglichkeit sollten im Umgang mit befallenen Pflanzen größte Vorsicht walten lassen. Gehören Sie zu einer dieser Risikogruppen und möchten beispielsweise Mehltau an Rosen behandeln, tragen Sie Handschuhe und schützen Sie sich mit einer Atemmaske vor eventuell herumfliegenden Sporen.

Selbst wenn Sie sonst nicht zu Allergien neigen, empfiehlt es sich, beim Mehltau Beseitigen auf zusätzlichen Schutz zu achten. Gerade beim Kontakt mit der Haut oder den Atemwegen können die Pilzsporen auch bei weniger empfindlichen Menschen zu Juckreiz, Rötungen, Quaddeln oder Atembeschwerden führen.

Mehltau bekämpfen: Diese Hausmittel helfen

Sobald sich erste Anzeichen eines Mehltaubefalles zeigen, ist zügiges Handeln gefragt. Die erste Handlung besteht darin, alle befallenen Blätter zu entfernen und betroffene Früchte zu entsorgen, schließlich sind diese nicht mehr genießbar. Da Mehltau giftig ist bzw. giftige Stoffe bildet, ist eine schnelle Bekämpfung wichtig. Sonst könnten sich diese Stoffe im Boden ablagern und auch anderen Gewächsen schaden.

Bei starkem Befall ist ein Rückschnitt empfehlenswert. Niemals sollten Sie den Grünschnitt, die Blätter und die Früchte auf dem Kompost oder im Garten lagern. Die Vermehrung des Pilzes geht dort weiter vonstatten, weswegen eine erneute Kontamination schnell eintreten kann. Besser ist es, sie im Biomüll zu entsorgen, oder zu einer geeigneten Entsorgungsstelle zu bringen.

Möchten Sie natürliche Mittel gegen Mehltau einsetzen, haben wir nachfolgend einige Vorschläge samt Rezepten für Sie.

Echter Mehltau: Bekämpfung mit drei einfachen Mitteln

  1. Echten Mehltau können Sie mit einer Mischung aus Milch und Wasser bekämpfen. Verwenden Sie entweder rohe Milch oder Buttermilch und mischen Sie einen Teil Milch mit neun Teilen Wasser. Diese Mixtur sprühen Sie anschließend mehrmals pro Woche auf die betroffenen Pflanzen, wo die Milchsäurebakterien dem Pilz entgegenwirken. Positiver Nebeneffekt: das Natriumphosphat aus der Milch stärkt die Gewächse und hat eine schützende Wirkung.
  2. Auch der Einsatz von Natron gegen Mehltau der echten Gattung hat sich bewährt. Geben Sie ein Päckchen Natron auf zwei Liter klares Wasser und vermengen die Mixtur mit 20 Millilitern Öl. Es genügt, die Mischung im 2-Wochen-Turnus aufzusprühen. Im alkalischen Milieu kann der Pilz nicht überleben.
  3. Ein weiteres Mittel gegen Echten Mehltau ist eine Mischung aus drei Teelöffeln Backpulver, einem Tropfen Spülmittel, einem Liter Wasser und zehn Millilitern Öl. Die Flüssigkeit können Sie einfach auf die Pflanzen sprühen und den Vorgang etwa alle zwei Wochen wiederholen.

Falscher Mehltau: Bekämpfen Sie ihn mit diesen zwei Mitteln

  1. Gegen Falschen Mehltau hilft es, einen Knoblauchsud anzusetzen und im Abstand weniger Tage mehrfach auf die Pflanzen zu sprühen. Für den Sud zerhacken Sie vier Knoblauchzehen und lassen diese nach dem Übergießen mit kochendem Wasser so lange ziehen, bis die Mischung erkaltet ist. Die Knoblauchstückchen entfernen Sie vor dem Einsatz mit einem Sieb.
  2. Auch Brühe mit Ackerschachtelhalmen ist sehr wirkungsvoll, wenn Sie Falschen Mehltau bekämpfen wollen. Lassen Sie 30 Gramm getrocknete Ackerschachtelhalme (alternativ 300 Gramm frische Pflanzenteile) in zwei Litern Wasser einen Tag lang ziehen. Danach muss die Brühe eine halbe Stunde lang köcheln und anschließend abgeseiht werden. Nun bleibt die Brühe so lange stehen, bis kein Schaum mehr zu sehen ist. Vermischen Sie einen Teil der Brühe mit fünf Teilen Wasser und sprühen Sie die Mixtur auf die betroffene Pflanze. Die Kieselsäure der Ackerschachtelhalme stärkt die Pflanzenzellen, sodass sich der Pilz im Inneren nicht weiter ausbreiten kann.
Wichtig: Einem Befall an Tomatenpflanzen sollten Sie aufgrund der erhöhten Gefahr für Braunfäule nicht mit feuchten Mitteln vorbeugen oder entgegenwirken. Verwenden Sie lieber reines Urgesteinsmehl, das viel Kieselsäure enthält. Es wird einfach über die Pflanze gestäubt, stärkt sie so und kann die Infektion mindern.

Marienkäfer gegen Echten und Falschen Mehltau

Eine gute Idee ist es ferner, dem Mehltau mit seinen natürlichen Feinden zu Leibe zu rücken. Marienkäfer und ihre Larven erweisen sich als sehr effektiv, da sie den Belag von den Pflanzen herunterfressen. Echter Mehltau als Ektoparasit spricht hierauf besonders an.

Möchten Sie Mehltau bekämpfen und dabei Marienkäferlarven nutzen, können Sie diese bei uns bestellen und sie nahe der Pflanzen aussetzen. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass Marienkäfer den Pilz nicht an dessen grundsätzlicher Vermehrung hindern, sondern nur einen Befall eindämmen können. Ihr Einsatz sollte daher keinesfalls die einzige Maßnahme bleiben, sondern nur eine von mehreren sein.

Der Entstehung von Mehltau vorbeugen

Ob Falscher oder Echter Mehltau – einer Kontamination mit beiden Arten können Sie in Ihrem Garten und auch in Gewächshäusern gut vorbeugen. Weiterhin bleibt die Unterscheidung der Gattungen wichtig, um die passenden Schritte zu wählen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Echten Mehltau

  • Vermeiden Sie zu viel Stickstoff im Boden (nicht überdüngen)
  • Lüften Sie Gewächshäuser gerade im Sommer regelmäßig
  • Entfernen Sie infizierte Pflanzenteile sofort und gründlich
  • Achten Sie wenn möglich auf die Anpflanzung toleranter Sorten

Vorbeugende Maßnahmen gegen Falschen Mehltau

  • Versuchen Sie, die Blätter der Pflanzen beim Gießen nicht nass zu machen
  • Wählen Sie sortenspezifische Pflanzabstände
  • Entfernen Sie befallene Pflanzenteile
  • Entscheiden Sie sich für widerstandsfähige Pflanzenarten

Darüber hinaus empfiehlt es sich, die bereits erwähnte Ackerschachtelhalm-Brühe präventiv einzusetzen, um Pflanzen zu stärken. Unkraut sollten Sie regelmäßig jäten, da es ein guter Ausgangspunkt für die weitere Vermehrung ist.

Ebenfalls clever bei der Vorbeugung von Mehltau ist das bewusste Anpflanzen von Gewächsen, die die Pilze nicht mögen. Setzen Sie Echten Kerbel, um Salate zu schützen und Pflanzen Sie Knoblauch in der Nähe Ihrer Rosen. Auch Basilikum und Schnittlauch haben eine abschreckende Wirkung.

Mehltau: Ein komplexes Problem, das Sie vielseitig angehen müssen

Alle Informationen, die Sie in diesem Ratgeber finden, weisen auf das Ausmaß der Problematik bei Echtem und Falschem Mehltau hin. Beide Pilze können leicht überwintern, verbreiten sich im richtigen Milieu schnell und sollten umgehend bekämpft werden.

Auch wenn sich an Pflanzen, die hier nicht genannt wurden, ein Schadbild zeigt, das zu einem der Pilze passt, kann es sich um einen Befall handeln. So findet sich Mehltau oft an Kirschlorbeer, Zucchini, Hortensien oder Phlox und kann dort ebenso für Schäden sorgen. Vergessen Sie bei der Behandlung betroffener Pflanzen nicht, vorab die Art des Pilzes zu definieren, werden Sie bei der Bekämpfung sehr viel schneller zum Erfolg kommen.

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