Kirschbäume pflanzen und pflegen
Wie Ihr Kirschbaum von Anfang an gesund wächst und leckere Früchte ausbildet
Ob Pflanzung, Pflege oder Krankheiten und Schädlinge, hier einige Tipps und Tricks
Übrigens:
Die Wahl des passenden Befruchters ist von großer Bedeutung. Wenn Sie einen Kirschbaum kaufen möchten, erhalten Sie bei uns Sorten wie zum Beispiel 'Burlat' oder 'Sylvia' inklusive Angaben hinsichtlich der möglichen Kombination.
Welches sind der ideale Boden und Standort für Kirschbäume?
Wenn Sie eine Kirsche pflanzen, lohnt sich ein genauer Blick auf die örtlichen Gegebenheiten. So können Sie für Ihren Kirschbaum einen Standort auswählen, der den Bedürfnissen des Gewächses bestmöglich gerecht wird. Als wünschenswert gelten für diese Bäume warme Plätze mit ausreichend Sonnenlicht und ohne allzu viel Wind.
Darüber hinaus mag Ihr Kirschbaum einen Boden von angenehm lockerer und humoser Natur mit guter Drainagefähigkeit. Staunässe, dichte Böden und „kalte Füße“ können diese Gewächse nur schwerlich tolerieren.
Pflanzen Sie Ihren Kirschbaum auf dem Balkon oder der Terrasse, sind Kübel und Topf die einzige Möglichkeit. Hier ist es empfehlenswert, dass Sie auf einen klimatisch angemessenen Standort mit genügend Sonnenlicht achten und dafür sorgen, Staunässe im Pflanzgefäß zu vermeiden.
Wichtig:
Süßkirschen sind ein wenig empfindlich, was den Nachbau angeht. Gab es am ausgewählten Standort zuvor bereits einen Kirschbaum, pflanzen Sie den neuen besser an anderer Stelle.
Wie werden Kirschbäume richtig umgepflanzt?
Es kann trotz aller Vorsicht bei der Standortwahl und Bodenvorbereitung passieren, dass Sie Ihren Kirschbaum umpflanzen müssen. Grundsätzlich aber gilt, dass diese Arbeit nur dann erledigt werden sollte, wenn sich wirklich keine Alternative bietet, denn eine Umpflanzung ist stets mit einem recht hohen Stresslevel verbunden.
Je älter ein Kirschbaum ist, desto schwieriger kann es werden, ihn an einen neuen Standort zu verpflanzen. Kleine und jüngere Gewächse hingegen haben gute Chancen, woanders prächtig anzuwachsen, da ihnen in der Regel ein kleinerer Teil des Wurzelkörpers genommen werden muss.
Beim Umpflanzen selbst lohnt sich diese Vorgehensweise:
- Stechen Sie den Boden rund um den Stamm in einem Abstand so ein, dass der Kreisdurchmesser ungefähr zwei Drittel des Kronendurchmessers beträgt. Gehen Sie dabei mit dem Spaten so tief, wie es erforderlich ist, um den Erdballen nach und nach zu umstechen und zu lösen.
- Heben Sie den Baum anschließend behutsam aus dem Erdreich und schneiden Sie in Mitleidenschaft gezogene Wurzeln ab.
- Am neuen Platz setzen Sie den Baum in ein bereits ausgehobenes Pflanzloch und achten darauf, dass er in der gleichen Tiefe wie zuvor steht. Das Pflanzloch füllen Sie mit komposthaltigem Substrat auf.
- Gießen Sie die Stelle rund um den Baum sorgfältig an.
Am besten pflanzen Sie einen Kirschbaum im Herbst um. Über den Winter hat er ausreichend Zeit, um einzuwurzeln. Im Frühling folgt ein beherzter Rückschnitt, bei dem Sie den Kirschbaum so beschneiden, dass der Kronendurchmesser in etwa dem Durchmesser des Wurzelballens entspricht.
Sonderfall: Der Pflanzschnitt
Sobald Sie einen Kirschbaum einpflanzen, müssen Sie den ersten Schnitt vornehmen. Dies ist wichtig, um das Einwurzeln des Gewächses zu erleichtern und eine übermäßige Verdunstung von Feuchtigkeit über das Blattwerk zu verhindern.
Beim Pflanzschnitt sollten etwa zwei Drittel der bestehenden Trieblänge erhalten bleiben, wobei der Haupttrieb nicht eingekürzt wird. Alle Triebe, die nicht gesund sind oder sich kreuzen, dürfen Sie entfernen.
Kirschbaum überwintern
Grundsätzlich benötigt ein im Garten gepflanzter Kirschbaum im Winter keinen besonderen Schutz. Dies gilt allerdings nur dann, wenn er sich bereits gut etablieren konnte und nicht allzu jung ist. Da Gärtner in aller Regel junge Kirschbäume pflanzen, kann ein zusätzlicher Winterschutz daher in der Anfangszeit sinnvoll sein. Das Bäumchen mit einem leichten Winterschutzvlies im Kronenbereich und einer Schicht Laub oder Rindenmulch rund um den Stamm zu schützen, ist besonders dann empfehlenswert, wenn keine Schneedecke für Isolation sorgt.
Während ältere Exemplare im Garten folglich nicht schutzbedürftig sind, verhält es sich auf Balkon oder Terrasse möglicherweise anders: sobald Sie Ihren Kirschbaum im Topf überwintern, ist Frostschutz unbedingt notwendig. In diesem Fall gelten diese Regeln:
- Stellen Sie den Kirschbaum im Kübel so dicht an die Hauswand, wie es geht.
- Umwickeln Sie Baum und Kübel mit einem Thermovlies oder Matten aus Naturmaterialien.
- Stellen Sie den Kübel bei sehr kaltem Boden auf eine Styroporplatte.
Alternativ bieten sich auch ein unbeheizter Wintergarten oder eine Garage mit Fenstern an, um den Baum dort über den Winter zu bringen. Achten Sie darauf, dass das Gewächs gelegentlich ein wenig Wasser benötigt, wenn es an einem Platz mit weniger frostigen Temperaturen steht.
Weiterer Tipp:
Bei Kirschbäumen im Garten lohnt es sich, den Stamm mit einem Weißanstrich vor Frostschäden zu schützen (z.B. mit dieser Weißanstrichpaste). So beugen Sie auch Erkrankungen vor, bei denen Schaderreger und Schädlinge durch Risse in der Rinde eindringen können.
Kirschen ernten: Wann und wie?
Wann sind Kirschen reif? Sobald der Kirschbaum im Sommer Früchte trägt, die sich allmählich zu verfärben beginnen, ist die Erntesaison nicht mehr weit. Diese liegt beim leckeren Naschobst zwischen Juni und September und kann sortenspezifisch variieren. In den Steckbriefen unserer Kirschensorten finden Sie entsprechende Informationen.
Dass bei Ihren Kirschen die Erntezeit gekommen ist, erkennen Sie anhand der typischen Färbung der kleinen Früchte. Auch geben sie auf sanften Druck etwas nach. Es ist üblich, dass nicht alle Früchte zur selben Zeit geerntet werden können, weshalb Sie Ihrem Baum gleich mehrfach Besuche abstatten sollten.
Am einfachsten gelingt die Kirschenernte mit einem Eimer und einer stabilen Leiter. Pflücken Sie die Früchte am besten inklusive ihrer länglichen Stiele. So bleibt die Ansatzstelle verschlossen und die Kirschen verderben weniger schnell. Je weiter oben geerntet wird, desto besser sollten Sie sich absichern. Bei großen Bäumen ist die Ernte deshalb ein Projekt für mehrere Menschen, die gut aufeinander aufpassen.
Je nach Sorte lagern Sie die Kirschen idealerweise an einem nicht zu warmen, dunklen Ort. Bei den meisten Sorten und bei reichhaltiger Ernte bietet sich die Verarbeitung zu Marmelade, das Einmachen oder eine Einladung zur gemeinsamen Kirschenernte mit Freunden an.
Der Kirschbaum blüht nicht?
Ob der Kirschbaum Blüten trägt, ist von diversen Faktoren abhängig. Nicht immer besteht bei einem blütenfreien Frühling Grund zur Sorge. Vor allem junge Bäume können in den ersten drei Standjahren keine Blüten tragen, da ihre gesamte Energie in die Bildung von Trieben und das Wachstum fließt.
Bleibt die Blüte bei älteren Kirschbäumen aus, kann dies an unterschiedlichen Faktoren liegen. Ein falsch gewählter Standort, nährstoffarmer Boden oder Spätfröste können die Blüte schon im Keim ersticken. Sorgen Sie deshalb dafür, dass es Ihrem Baum an nichts fehlt und schützen Sie ihn gegebenenfalls vor späten Frösten im Frühling.
Häufige Kirschbaum Schädlinge
Schädlinge am Kirschbaum stellen ebenfalls ein gelegentliches Ärgernis dar. Zu beobachten sind hier in erster Linie
- die Kirschfruchtfliege
- die schwarze Kirschenblattlaus
- die Larven des Kleinen und Großen Frostspanners
- die Obstbaumminiermotte
- und die Schwarze Kirschblattwespe.
Ein gesunder und widerstandsfähiger Kirschbaum kann einem Befall mit Schädlingen besser widerstehen. Achten Sie deswegen auf gute Pflege und kontrollieren Sie Ihren Baum regelmäßig. Je früher ein Befall entdeckt wird, desto besser stehen die Erfolgschancen bei der Bekämpfung.