Hangbepflanzung mit Hortensien und Böschungsgewebe: So entsteht eine dauerhaft begrünte Böschung
Wer im Garten Höhenunterschiede ausgleichen oder neue Gartenbereiche schaffen möchte, kommt oft nicht um Aufschüttungen und Böschungen herum. So erging es auch uns bei der Vergrößerung unseres Gemüsegartens und der Terrasse. Durch die zusätzlichen Hochbeete, Wege und das geplante Gewächshaus musste einiges an Erde bewegt und der Hang zum tiefer liegenden Nachbargrundstück neu gestaltet werden.
Damit die Böschung langfristig stabil bleibt und gleichzeitig ansprechend begrünt wird, haben wir uns für eine Kombination aus Natursteinmauern, Böschungsgewebe und einer flächigen Bepflanzung mit Hortensien entschieden.
Die Planung der neuen Böschung
In den Bereichen rund um die Hochbeete, die Gartenwege und das Fundament des zukünftigen Gewächshauses wurde die Böschung mit großen Jurakalk-Findlingen abgestützt. Die massiven Natursteine fügen sich harmonisch in den Garten ein und sorgen gleichzeitig für eine dauerhafte Stabilisierung des Hangs.
Im vorderen Bereich läuft die Böschung hingegen sanft zu einer großen Kiefer und einer Zeder aus. Hier konnte der Hang deutlich flacher modelliert werden, wodurch sich eine großzügige Pflanzfläche für Sträucher und Stauden ergab.
Warum wir uns für Hortensien entschieden haben
Für die flächige Bepflanzung fiel die Wahl auf die bewährte Ballhortensie 'Annabelle'. Die Sorte überzeugt gleich mit mehreren Vorteilen:
- kräftiger und dichter Wuchs
- große, auffällige Blütenbälle im Sommer
- gute Eignung für halbschattige Gartenbereiche
- pflegeleichter Charakter
- attraktive Fernwirkung bei Gruppenpflanzungen
Gerade auf größeren Flächen wirken die zahlreichen weißen Blüten sehr eindrucksvoll und sorgen vom Sommer bis weit in den Herbst hinein für einen attraktiven Blickfang.
Ergänzt werden soll die Pflanzung später durch Gräser, Farne und Astilben, die den Übergang zu den angrenzenden Gartenbereichen weicher gestalten und zusätzliche Struktur in die Pflanzung bringen.
Warum ein Böschungsgewebe sinnvoll sein kann
Bevor die ersten Pflanzen gesetzt wurden, erhielt die gesamte Fläche ein Böschungsschutzgewebe aus Jute. Dieses wurde mit Holzpflöcken sicher im Hang fixiert.
Das Gewebe erfüllt gleich mehrere Aufgaben:
- Schutz der Bodenoberfläche vor Auswaschung
- Verringerung von Erosion durch Starkregen
- zusätzliche Stabilisierung in der Anwachsphase
- Schutz locker aufgeschütteter Böden
- Unterstützung der jungen Bepflanzung
Besonders praktisch: Jute ist ein Naturmaterial und zersetzt sich im Laufe der Zeit vollständig. Bis dahin haben die Pflanzen in der Regel ausreichend Wurzeln gebildet, um den Hang selbst zu festigen.
Die Pflanzung der Hortensien
Nach dem Verlegen des Gewebes wurden zunächst alle Pflanzen auf der Fläche verteilt. Dieser Schritt sollte nicht unterschätzt werden. Oft lohnt es sich, die Anordnung aus größerer Entfernung oder sogar von einem höher gelegenen Standort aus zu betrachten. So lässt sich besser beurteilen, ob die Pflanzung natürlich und ausgewogen wirkt.
An den jeweiligen Pflanzstellen wurde das Jutegewebe kreuzförmig eingeschnitten. Anschließend konnten die Pflanzlöcher ausgehoben werden.
Vor dem Einsetzen der Hortensien lockerten wir den Boden im Pflanzloch zusätzlich auf. Dadurch finden die Wurzeln schneller Anschluss an den umgebenden Gartenboden und können leichter einwachsen.
Nach dem Pflanzen wurde die Erde sorgfältig angedrückt, das Gewebe wieder um die Pflanze gelegt und überschüssige Erde gleichmäßig verteilt.
Gründlich gießen ist Pflicht
Direkt nach der Pflanzung wurden alle Hortensien intensiv gewässert. Dieser Schritt ist besonders wichtig, da sich der Boden rund um den Wurzelballen dadurch gut setzt.
Gleichzeitig werden mögliche Hohlräume geschlossen und die Wurzeln erhalten direkten Kontakt zum umgebenden Erdreich. So können die Pflanzen schnell neue Feinwurzeln bilden und sich am neuen Standort etablieren.
Vor allem bei Hanglagen sollte auf eine ausreichende Wasserzufuhr geachtet werden, da Regenwasser häufig schneller abfließt als auf ebenen Flächen.
Bewässerung für die Anwachsphase
Damit die Ballhortensien optimal anwachsen können, wurde zusätzlich ein Tropfschlauch verlegt. Die einzelnen Leitungen verlaufen in einem Abstand von etwa 35 Zentimetern über die gesamte Pflanzfläche.
Während der ersten Wochen nach der Pflanzung wurden die Hortensien regelmäßig bewässert. Gerade bei neu angelegten Böschungen lohnt sich dieser Aufwand, da die Pflanzen dadurch schneller einwachsen und früher beginnen, den Hang mit ihrem Wurzelwerk zu durchdringen.
Fazit
Mit einer durchdachten Kombination aus Böschungsgewebe, Natursteinmauer und passenden Gehölzen lassen sich auch größere Hangflächen dauerhaft und attraktiv begrünen. Die Ballhortensie 'Annabelle' erwies sich dabei als ausgezeichnete Wahl für die flächige Bepflanzung. Schon wenige Monate nach der Pflanzung zeigte sich ein deutlicher Anwuchserfolg.
Wir sind gespannt, wie sich die Böschung in den kommenden Jahren entwickelt und freuen uns bereits auf die erste große Blütenpracht der Hortensien. Gerade bei größeren Gartenprojekten zeigt sich immer wieder: Eine gute Vorbereitung zahlt sich langfristig aus.