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Tomatenpflanzen selbst ziehen – so gelingt die eigene Tomatenernte

Frisch geerntete Tomaten aus dem eigenen Garten, Gewächshaus oder vom Balkon überzeugen oft durch ihr intensives Aroma und die große Sortenvielfalt. Wer auf Standardware aus dem Supermarkt verzichten möchte, kann Tomaten problemlos selbst aussäen und kultivieren. Mit den richtigen Standortbedingungen und etwas Pflege steht einer reichen Ernte nichts im Weg.

Welche Standort- und Bodenansprüche haben Tomaten?

Tomaten gehören zu den wärmeliebenden Gemüsepflanzen und benötigen optimale Bedingungen, um gesund zu wachsen und reichlich Früchte zu bilden.

Tomatenpflanzen bevorzugen:

  • einen sonnigen, warmen und geschützten Standort
  • möglichst viele Sonnenstunden pro Tag
  • gleichmäßige Wasserversorgung ohne Staunässe
  • humose, lockere und nährstoffreiche Gartenböden
  • warme Lehmböden mit guter Wasserspeicherfähigkeit

Empfindlich reagieren Tomaten auf kalte Nächte, anhaltende Nässe und starke Temperaturschwankungen.


Düngebedarf und Nährstoffversorgung

Eine gute Bodenstruktur bildet die Grundlage für gesunde Pflanzen und schmackhafte Früchte.

Vor der Pflanzung

  • Boden tiefgründig lockern
  • Kompost oder gut verrotteten organischen Dünger einarbeiten
  • Eine Grunddüngung mit Hornspänen oder einem Langzeitdünger vornehmen

Während der Kultur

Sobald die Fruchtbildung beginnt, profitieren Tomaten von einer regelmäßigen Nährstoffversorgung. Flüssigdünger können während der Wachstumsphase etwa alle zwei Wochen verabreicht werden.


Die richtige Anbauform

Besonders Stabtomaten benötigen eine stabile Unterstützung.

Tomaten aufleiten

Geeignet sind:

  • Bambusstäbe
  • Rankgitter
  • Schnursysteme im Gewächshaus
  • Tomatenspiralen

Durch das Anbinden bleiben die Pflanzen stabil und die Früchte sauber und gesund.

Ausgeizen nicht vergessen

Bei Stabtomaten sollten die Seitentriebe in den Blattachseln regelmäßig entfernt werden. Dieses sogenannte Ausgeizen fördert:

  • einen kräftigen Haupttrieb
  • eine bessere Belichtung
  • eine verbesserte Fruchtentwicklung

Tomaten aussäen und vorziehen

Aussaat

  • Aussaatzeit: März
  • Keimtemperatur: ca. 22 °C
  • Nach dem Keimen: etwa 18 bis 20 °C

Sobald sich die ersten Keimblätter entwickelt haben, werden die Jungpflanzen in größere Anzuchttöpfe pikiert.

Auspflanzen

Nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai, können die Pflanzen ins Freiland, Gewächshaus oder in große Kübel umziehen.

Wichtig sind:

  • lockerer, tiefgründig vorbereiteter Boden
  • warmer Standort
  • ausreichend großes Pflanzgefäß auf Balkon und Terrasse

Pflege während der Saison

Regelmäßig gießen

Tomaten benötigen eine gleichmäßige Wasserversorgung. Schwankungen können zu Wachstumsproblemen und Fruchtschäden führen.

Entblättern

Ab August empfiehlt sich das schrittweise Entfernen der unteren Blätter bis zur untersten Fruchttraube. Dadurch wird die Durchlüftung verbessert.

Gießen zum Saisonende reduzieren

Ab Ende August kann die Wassergabe reduziert werden, damit bereits angesetzte Früchte schneller ausreifen.


Häufige Krankheiten und Schädlinge

Kraut- und Braunfäule

Die Kraut- und Braunfäule zählt zu den häufigsten Tomatenkrankheiten.

Vorbeugende Maßnahmen:

  • Regenschutz
  • Anbau im Gewächshaus
  • geschützter Standort unter Dachvorsprüngen
  • gute Luftzirkulation

Blattläuse und Weiße Fliege

Diese Schädlinge können junge Pflanzen und Triebe schwächen.

Zur biologischen Bekämpfung eignen sich beispielsweise:

  • Marienkäferlarven
  • Gallmücken
  • weitere Nützlinge

Wissenswertes rund um die Tomate

Tomaten sind:

  • einjährig
  • frostempfindlich
  • wärmeliebend
  • Selbstbestäuber

Botanisch zählen die Früchte zu den Beeren. Je nach Sorte treten sie in zahlreichen Formen und Farben auf, darunter rot, gelb, orange, rosa oder nahezu schwarz.

Von der Blüte bis zur Fruchtreife vergehen meist nur rund 60 Tage. Im Gartenboden können die Wurzeln bis zu 1,5 Meter tief reichen. Daher profitieren Tomaten von tiefgründigen Böden und einer guten Wasserversorgung.

Besonders beliebt im Hausgarten sind:

  • Fleischtomaten
  • Cocktailtomaten
  • Cherrytomaten
  • Roma-Tomaten
  • alte und historische Sorten

Fazit

Tomaten selbst zu ziehen ist mit wenig Aufwand möglich und bietet eine große Sortenauswahl sowie aromatische Früchte aus eigenem Anbau. Wer auf einen sonnigen Standort, eine regelmäßige Wasserversorgung und eine ausgewogene Düngung achtet, kann sich vom Sommer bis in den Herbst über eine reiche Tomatenernte freuen.