Japanwaldgras – Staude des Jahres 2022

Japanwaldgras – Hakonechloa macra

Vom Bund deutscher Staudengärtner wird jährlich eine Pflanzengattung zur Staude des Jahres gewählt. Für das Jahr 2022 wurde das Japanwaldgras (Hakonechloa macra) aus dem vielfältigen Staudensortiment gekürt.
Im Fokus steht somit ein weitgehend unbekanntes, sehr attraktives Ziergras. Beheimatet ist es in Japan. Dort wächst es auf feuchten Böden an Waldhängen des Hakone Gebirges. In unseren Gärten möchte es ebenso einen halbschattigen Platz. Der Boden sollte durchlässig, humos und vor allem an sonnigeren Standorten ausreichend feucht sein. Im Halbschatten toleriert das Gras auch kurzzeitige Trockenphasen. 

Das Japanwaldgras, auch Japanberggras genannt, zählt zu den schönsten Ziergräsern! Das schmale, bogig überhängende Laub ist typisch und unverkennbar für diese sommergrüne Pflanze. Der elegante Blattschopf vermittelt einen ruhigen, weichen und natürlichen Eindruck.
Im Sommer erscheinen am Ende der filigranen Halme zarte grünlich-braune Blütenrispen.

Japanwaldgras Aureola
Japanwaldgras mit Blüten

 

Das sattgrüne Laub der Wildart (H. macra) wird bis zu 60 cm hoch. Die Sorte ‚Aureola‚ (bis 40 cm hoch) sorgt mit gelbgrün gestreiften Laub für einen besonderen Farbklecks im Garten. Sie ist eine hervorragende Blattschmuckstaude um dunkle Gartenbereiche optisch aufzuhellen. Im Herbst begeistern die Gräserhorste mit einer gelb bis orangebraunen Färbung. Selbst im Winter bringen die standfesten, braunen Halme Struktur und Zierde in den meist tristen Garten. Schneiden Sie das Japanwaldgras deshalb unbedingt erst im Februar bodennah zurück. Die Pflanzen treiben im Frühling erst recht spät wieder aus. Doch bis zum Neuaustrieb füllen Blumenzwiebeln wie Tulpen und Narzissen sehr schön die kahlen Stellen.

Japanwaldgras im Winter

Hakonechloa ist sehr robust und in der Gartengestaltung vielseitig einsetzbar. Ob im modernen Garten oder in naturnahen Pflanzungen, die kissenartigen Blatthorste fügen sich wunderbar ein. Die weichen Konturen dieses Grases harmonieren sehr schön mit stattlichen, großblättrigen Stauden wie Funkien, Bergenien, Herbstanemonen, Farnen oder Silberkerzen. Die Pflanzen können in einer Staudenrabatte einzeln oder als kleine Gruppe verwendet werden. Sie schmiegen sich dekorativ um Steine und um höher wachsende Stauden. Sehr schön wirkt das Japanwaldgras am Beet- oder Wegrand. Mit dem überhängenden Wuchs bildet es hier eine natürliche Grenze und kaschiert Übergänge. Auch für Pflanzgefäße (ab 10 Liter Erdvolumen) eignet sich dieses elegante Ziergras. Der malerische Wuchs kommt hier besonders schön zur Geltung. Die Kübel sollten geschützt und frostfrei überwintert werden. Generell sollte das Japanwaldgras im Frühjahr/Sommer gepflanzt werden. Es ist langsam wachsend, doch mit jedem Jahr werden die Laubhorste eindrucksvoller.

Ein Artikel von Gärtnermeisterin Brigitte

Brigitte setzt beim Gärtnern auf Nachhaltigkeit und Köpfchen, um der Natur so noch ein Stück näher zu kommen. Sie hegt als Gärtnermeisterin eine große Leidenschaft für Farne, Gräser und Stauden. Pflanzungen in Hochbeeten und Gewächshäusern gehören ebenfalls zu ihrem Fachgebiet.