Native Plants Gartenblog

Zehn Nutzpflanzen, die auf jedem Balkon wachsen können

Ein altes Gärtner-Sprichwort sagt „Gertrud schließt den Garten auf“. Gemeint ist damit der Namenstag St. Gertrud am 16. März. Viele Hobbygärtner zieht es dann in ihre Beete, um dort all das zu pflanzen, was im Lauf des weiteren Jahres auf dem Teller landen soll. Was aber, wenn gar kein eigener Garten vorhanden ist, sondern nur ein kleiner Balkon? Keine Sorge, auch dann muss niemand auf etwas Frische auf Teller und Co. verzichten. Dieser Artikel stellt zehn Nutzpflanzen vor, die auch auf jedem Balkon großgezogen werden können – und gibt zudem auch einige Tipps, wie ein solcher Kleinstgarten so gestaltet werden kann, dass der Balkon selbst immer noch als Sitz- und Entspannungsort erhalten bleibt.

Pflanzen auf dem Balkon – aber worin?

P1070046Grundsätzlich gilt, nahezu jeder Balkon ist für eine kleine Zucht geeignet, selbst solche, die nach Norden weisen und somit nicht in den Genuss von direkter Sonneneinstrahlung kommen – wobei die Ergebnisse in diesem Fall freilich weniger üppig ausfallen werden als bei einem Standort in Südlage, der den ganzen Tag lang in den Genuss von Sonne kommt.

  • Am einfachsten wäre es freilich, sich im nächsten Baumarkt zehn große Pflanzkübel zu kaufen, sie mit Blumenerde zu füllen und dort die Pflanzen hinein zu setzen. Allerdings würde das je nach Größe auch dafür sorgen, dass schon mächtig die Beine eingezogen werden müssten, wenn man auf dem Balkon einfach nur sitzen möchte.
  • Eine bessere Alternative, falls es von der Architektur her funktioniert, sind Pflanzkästen, die am Balkongeländer befestigt werden. Damit gibt es keinen Raumverlust, weil nur eine vorher ungenutzte Fläche verwendet wird.
  • Die dritte Option richtet sich an handwerklich begabte: Ein kleines Hochbeet. Dazu muss nur eine entsprechend große Kiste mit hölzernen Beinen ausgestattet werden. Ein solches Beet nimmt zwar ebenfalls etwas Platz weg, hat aber meist den Vorteil, dass innen mehr Fläche für Petersilie und Co. zur Verfügung steht. Eine Bauanleitung liefert die Zeitung „Selbst ist der Mann“.

Egal für welche Option Balkonbesitzer sich entscheiden: Wichtig ist, dass jede Pflanze nur in hochwertige Erde eingesetzt wird, damit sie sich optimal entwickeln kann und dass den Pflegehinweisen entsprechend gedüngt wird. Nach diesen Basics nun die Nutzpflanzen, die einen Balkon erst zum Mini-Garten machen.

1. Pflücksalate

Auf einem kleinen Balkon kommt es darauf an, Fläche maximal zu nutzen. Wer hier Salate ziehen möchte, sollte also darauf achten, dass diese nicht wie ein Kopfsalat nur einmal wachsen, sondern gleich mehrfach geerntet werden können. Und da bieten sich Pflücksalate wie Lollo Rosso, Lollo Bianco und Eichblatt geradezu an: Von ihnen können die äußeren Blätter immer wieder abgepflückt werden und wachsen dann nach. Damit kann alle paar Wochen ein frischer Salat aus eigenem Anbau genossen werden – bei gleichem Aufwand wie ein Kopfsalat, der aber eben nur einmal geerntet werden kann.

Aussaat: März bis August

Tomaten2. Tomaten

Ohne sie geht eigentlich kaum etwas in der Küche: Ob Salate, Soßen oder auch nur als leckerer Snack zwischendurch: Tomaten sind eins der beliebtesten Gemüse der Deutschen – auch wenn ein altes Gärtnergerücht immer wieder behauptet, dass sie eigentlich Obst wären, was aber falsch ist. Auf dem Balkon gedeihen Tomaten besonders prächtig, wenn Sie viel Sonne bekommen. Es muss nur darauf geachtet werden, dass sie an einem entsprechend stabilen Stock hochranken können, damit die Pflanze nicht unter dem Gewicht ihrer Früchte umknickt

Aussaat: Auf dem Fensterbrett. Ab Mitte Mai ins Beet

3. Basilikum

Wer einen der eingangs genannten Balkone bewohnt, die nach Norden weisen, sollte sich vor allem an Kräuter wie Basilikum halten, denn diese mögen pralle Sonne sowieso nicht. Der Vorteil beim Basilikum: Es ist vor allem in mediterraner Küche nahezu unverzichtbar und einige frische Blätter von der eigenen Pflanze verleihen selbst noch einer Tiefkühlpizza etwas Trattoria-Flair. Wichtig ist jedoch: Basilikum im Töpfchen vom Discounter ist für baldigen Verzehr konzipiert und wird im Beet meistens absterben. Besser ist es, die Pflanze von Grund auf aus Samen zu ziehen.

Aussaat: Ganzjährig auf dem Fensterbrett, nach der Frostperiode auf dem Balkon

4. Petersilie

Kraeuter

Eine der besten „Anfängerpflanzen“ auf dem Balkon ist die Petersilie. Ihr Vorteil: Es gibt sie selbst in vielen Discountern als fertige Pflanze im Töpfchen zu kaufen und überlebt im Gegensatz zu Basilikum das Umpflanzen auch viel eher. Für die meisten Menschen hat Petersilie vor allem Bedeutung in der Küche: Kleingehackt als geschmackliches Extra im Salat oder auch in Soßen, bei Kartoffeln oder auch nur als Dekoration am Rande eines festlichen Menüs. Was viele aber nicht wissen: Petersilie spielt auch eine Rolle in der Naturheilkunde, also einem uralten Verfahren, Krankheiten durch den Einsatz bestimmter Pflanzen zu heilen oder vorzubeugen. Ziel ist die Anregung der Selbstheilungskräfte und der Verzicht auf synthetische Medikamente. Frische Petersilie enthält ätherische Öle, die eine gesteigerte Harntätigkeit zur Folge haben und so in Kombination mit viel Wasser entschlackend wirken können.

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Aussaat: Auf dem Fensterbrett, ab Mitte April auf den Balkon

5. Gurken

Gurken sind eine Pflanze, die den Balkon-Platz maximal ausnutzen hilft, denn sie gedeihen nicht nur in Kübeln und Töpfen, sondern auch in Ampeln und können damit auch hängend gezüchtet werden – allerdings benötigen sie viel Sonne. Wer nicht gleich auf Vollformat-Salatgurken zurückgreifen möchte, kann auch nach Mini-Gurken Ausschau halten. Sie alle werden aus Gurkensamen gezüchtet. Fertige Pflanzen gibt es zwar auch, aber da die Gurke so unkompliziert ist, sind sie nicht wirklich notwendig.

Aussaat: Auf dem Fensterbrett. Ab Mitte April ins Beet

6. Paprika

Paprika ist sehr lecker und vielseitig – benötigt aber etwas mehr Aufwand als die zuvor genannten Pflanzen: Die Aussaat auf der Fensterbank ist nahezu Pflicht, allerdings erst ab Mitte März, weil die Helligkeit vorher noch zu gering ist. Die Jungpflanzen sollten dann täglich für einige Stunden auf den Balkon gestellt werden, damit sie sich abhärten. Sobald die Temperaturen auch nachts dauerhaft im Plusbereich liegen, darf die Paprika dann auf den Balkon, wo sie ebenfalls einen besonders sonnigen Platz bekommen sollte.

Aussaat: Auf dem Fensterbrett, nach Frostperiode auf den Balkon

7. Erdbeeren

Süßes für die Süßen: Erdbeeren haben den gleichen Vorteil wie Gurken: Sie wachsen auch sehr gerne in Ampeln, bilden dann allerdings lange Keimlinge, die, wenn man nicht aufpasst, auch gerne im darunter sitzenden Pflanzkübel Wuzeln schlagen. Erdbeeren gibt es entweder als Samen zum Selberziehen oder als fertige Pflänzchen, die nur noch eingesetzt werden müssen. Übrigens: Auch die Erdbeere ist eine Heilfpflanze: Tees aus ihren Blättern sollen unter anderem bei Darmträgheit und Durchfall Abhilfe schaffen.

Aussaat: Samen ab Mitte März auf dem Fensterbrett, Pflanzen ab Anfang Mai auf dem Balkon

8. Möhren

Auch Möhren gedeihen prächtig auf dem Balkon –so lange sie genügend Licht bekommen. Je nach Sorte kann die Aussaat auch schon im Februar beginnen, viele Möhrenarten sind sehr robust. Der Balkon-Vorteil: Es muss nicht gewartet werden, bis das Wurzelgemüse die volle Größe erreicht hat, je nach Sorte sind kleine Exemplare nämlich viel zarter und schmecken auch besser.

Aussaat: Mitte Februar bis Juli

9. Mais

Mais wächst zwar hoch, aber auch er eignet sich für den Balkon, sofern er in einem entsprechend großen Kübel wachsen darf. Wunder dürfen Balkongärtner allerdings nicht erwarten: Mehr als zwei Kolben werden laut dem „Maiskomitee“ die wenigsten Pflanzen ausbilden. Die allerdings schmecken um ein Vielfaches besser als alles, was es fertig im Supermarkt zu kaufen gibt.

Aussaat: Auf dem Fensterbrett, ab Mitte April auf dem Balkon

10. Zuckererbsen

Pflegeleicht, ertragreich, sehr gesund und auch noch als Balkon-Sichtschutz geeignet: Das sind Zuckererbsen. Die Pflanzen benötigen einen besonders sonnigen Balkon und sollten dort im Idealfall in Pflanzkästen am Geländer sitzen und eine Rankhilfe bekommen. Dann wachsen sie schnell in die Höhe und verhindern vor der Ernte nicht nur Blicke aufs Balkonbeet, sondern schmecken hinterher auch noch richtig lecker.

Aussaat: Ende April bis Anfang Juli

Fazit

Selbst wer in einem innerstädtischen Mietshaus wohnt, muss nicht auf frisches Gemüse und heilende Kräuter aus eigenem Anbau verzichten. Auch der kleinste Balkon ist für den Anbau in den allermeisten Fällen geeignet. Und sogar einen Vorteil hat diese Anbau-Art: In Kübeln und Töpfen im dritten oder noch höheren Stockwerk müssen Hobbygärtner mit sehr viel weniger Unkräutern und hungrigen Schädlingen wie Schnecken rechnen, als ein Gartenfreund, der gegen diese Probleme regelmäßig hinter dem eigenen Haus ins Feld ziehen muss.

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