Native Plants Gartenblog

Schlagwort Archiv: Biologische Schädlingsbekämpfung

Apfelwickler oder auch Obstmade genannt!

Wer kennt das nicht man freut sich auf die Apfelernte im Herbst und will kräftig in den ersten Apfel reinbeißen. Aber was ist das!!! Der Apfel ist vom Apfelwickler befallen. Man kann die befallen Stellen vom Apfel gut entfernen und den Rest noch verzehren, aber die erste Freude über die eigene Ernte ist dahin. Wir erklären ganz kurz wie der Apfelwickler aussieht und sich entwickelt und dann helfen wir Ihnen bei der Bekämpfung dieses Schädlings.

Der Apfelwickler

Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist wohl einer der wichtigsten Schädlingen im Obstbau. Nicht nur im privaten sondern auch im gewerblichen Anbau verursacht er große Schäden. Es ist ein brauner Falter mit einer weißen Marmorierung und ist vor allem unter Temperaturen von  20°Grad bei Dämmerung unterwegs. Über den Winter hinweg ist die Raupe des Apfelwicklers direkt unter der Rinde, ca. 70 % oder im Boden ca. 30 % in der Nähe des Stammes. Bei warmen Temperaturen (meist Ende April) verpuppen sich die Raube und ab Mitte Mai schlüpfen dann die ersten Falter.Der Erwachsene weibliche Falter legt seine Eier auf den noch unreifen Apfel ab. Nach ca. 2 Wochen schlüpfen die ersten Raupen und dringen in die junge Frucht ein. Dort sind die kleinen Raupen im Paradies und ernähren sich vom Fruchtfleisch, von der Schale aber auch von den Apfelkernen. Nach wiederum ca. 3-4 Wochen erfolgreicher Ernährung wird der Apfel verlassen und die Raupen des Apfelwicklers machen sich auf den Weg zum Stamm wo sie unterhalb der Rinde oder Borke sich verpuppen. Wenn die Bedingungen optimal sind startet nun der 2. Zyklus, das bedeutet dass ab ca. Juli nochmal eine Faltergeneration sich auf dem Weg macht sich zu paaren und erneut Eier auf unseren Äpfeln abzulegen.

Bekämpfung und Überwachung

Apfelwickler-Pheromonfalle

Zuerst sollte eine Überwachung, ein sogenanntes Monitoring stattfinden. Dies ist mit einer Pheromon Falle sehr einfach zu bewerkstelligen. Wir bieten Ihnen zwei verschiedene Möglichkeiten dieser Überwachung an.1. Die Deltafalle ist eine Art kleines Häuschen wo ein Leimboden ausgelegt wird vorauf sich eine Phermonkapsel für den Apfelwickler befindet. Diese Falle sollte längst der Windrichtung im Baum aufgehängt werden. Die Männlichen Apfelwickler werden nun von dem Duftstoff der Kapsel angelockt und haften am Leimboden in der Falle fest. Dies reduziert schon einen gewissen Teil des Apfelwicklers. Sollte jedoch nicht als Bekämpfung angesehen werden. Die Pheromonkapsel ist ca. 6 Wochen wirksam, dann sollte sie ausgetauscht werden. Die Deltafalle hält ca. 1-2 Jahre und sollte dann erneuert werden.2. Die Trichterfalle funktioniert ähnlich wie die Deltafalle. Es wird eine Pheromonkapsel in der Falle angebracht die die Apfelwickler-Männchen anlockt. Diese fallen dann in den Trichter der Falle und können diesem nicht mehr entkommen. Somit kann auch hier die Anzahl der Tiere ausgezählt werden. Die transparente Trichterfalle ist sehr hochwertig und daher auch über mehrere Jahre haltbar. Die Pheromonkapsel kann jederzeit ausgetauscht werden. Daher kann man die Trichterfalle auch für andere Schädlinge, wie z.B. Pflaumenwickler, Kastanienminiermotte usw., verwendet werden.

Bekämpfung: Eine Bekämpfung des Apfelwicklers ist mit den Steinernema feltiae Nematoden möglich. Diese müssen mit einer Spritze direkt am Stamm unter der Rinde und am Boden unterhalb der Baumkrone ausgebracht werden. Der richtige Zeitpunkt für diesen Einsatz ist von August bis in den Herbst hinein, so lange sich die Larven noch nicht verpuppt haben, daher ist ein Monotoring mit einer Pheromonfalle von Vorteil. Hier kann der Ausbringungszeitpunkt sehr gut ermittelt werden.

Johannisbeerblasenlaus

Die Johannisbeerblasenlaus hat ihren besonderen Namen davon dass die Johannisbeerblätter Blasen schlagen, bei den roten Johannisbeeren kommt sogar noch eine rote Färbung dieser Blasen hinzu. Wenn man das Blatt umdreht kann man die Johannisbeerblasenlaus an der Unterseite sitzen sehen.

Meist werden die jungen Blätter befallen, bei starken auftreten dieser Blattlaus kann es zu Schädigungen an der Pflanze führen. Abhilfe kann zum einen damit geschaffen werden das Sie darauf achten das die Johannisbeere gut gestärkt ins Frühjahr startet. Eine Langzeitdüngung im Frühjahr (März – April) mit Hornspäne ist hier eine gute Wahl. Sobald Blüten angesetzt werden sollte die Obstpflanze wöchentlich mit einem Flüssigdünger versorgt werden.

Sollte der Befall aber schon aufgetreten sein, sind Nützlinge ein guter Helfer. Hier empfehlen sich die Florfliegen da diese Nützlinge ein breites Beutespektrum haben. Ein ausbringen mit der BioBox ist optimal somit fallen die Florfliegenlarven nicht von den kleinen Blätter und können in Ruhe auf Beutefang gehen.

Erwachsene Florfliege

Der Buchsbaumzünsler

Zur jetztigen Jahreszeit tritt wieder verstärkt der Schaden durch den Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) auf. Meist sind die Frassschäden des Schädlings leicht zu erkennen. Um jedoch eine zuverlässige Kontrolle zu erhalten haben sich Pheromonfallen bewährt. Der Duftstoff in den Fallen lockt die männlichen Falter an, diese kleben an den innen angebrachten Klebestreifen fest so kann gut ausgezählt werden wie stark der Befall ist.

Innerhalb von zwei Wochen nach der Eiablage sollte dann die Bekämpfung erfolgen. Sehr gut in der Bekämpfung des Buchsbaumzünsler sind die Steinernema carpocapsae Nemathoden. Für eine erfolgreiche Bekämpfung sollte die Bodentemperatur mindestens 12 °C betragen, sonst sind die Nematoden inaktiv. Im Winter sterben die Nematoden größtenteils ab und sollten in der nächsten Saison erneut ausgebracht werden. Die behandelte Fläche sollte in den folgenden 6-8 Wochen möglichst feucht gehalten werden, damit eine Langzeitwirkung erzielt werden kann.

Gefüllter Echter Schneeball – Viburnum opulus ‚Roseum‘

Viburnum-opulus-Roseum-web4
Der Frühling bringt viele wunderschöne Blüten an den Gehölzen und Stauden hervor. Eine besonders attraktive Sorte ist der gefüllte Schneeball Roseum oder der Echte Schneeball genannt. Im Mai erscheinen seine Blütenköpfe in frischem Grün, welche ab Juni als große, weiße Bälle zu bewundern sind. In der Floristik wird die auffallende Blüte gerne verwendet. Der Herbst bringt als zweites Highlight leuchtend rote Früchte hervor, die lange in den Winter hinein an den Zweigen hängenbleiben.
Tipps zur Pflege
Für gesundes Wachstum und attraktives Aussehen hier einige Tipps von Native Plants zur Pflanzung und Pflege. Dieser Schneeball trägt auch den Namen Wasserschneeball. Das verrät schon einiges über die Standortbedingungen. Der Boden sollte frisch bis nass sein. In trockenen Sommern besonders auf gleichmäßig feuchten Boden achten. Geben Sie dem Gehölz alle ca. 3 Tage einen Gießer (10Liter) Wasser. Schwach sauer bis stark alkalisch (kalkliebend) und recht nährstoffreich  sind optimale Böden für den Schneeball. Pflanzen Sie das Gehölz wenn möglich freistehend, sodass ausreichend Luftbewegung herrscht. Ist dies nicht gegeben, tritt häufig Blattlausbefall auf.

Erste Hilfe bei LäusebefallIMG_4273
Bei Befall  empfehlen wir Ihnen als Gegenmaßnahme die Nützlinge einzusetzen, diese erhalten Sie in unserem Shop.
Sollte der Schneeball einmal durch Schädlingsbefall in Mitleidenschaft gezogen worden sein, schneiden Sie ihn ruhig stark zurück, er hat ein hohes Regenerationsvermögen und wird schnell wieder gut austreiben. Die beste Zeit hierfür ist nach der Blüte. Ein Verjüngungsschnitt (die ältesten 2,3 Triebe an der Basis entfernen) alle 3-5 Jahre bietet sich sowieso an, dann bilden sich immer neue Blütentriebe.

Minzblattkäfer an Ihrer frischen Minze

Ein kleiner 8-10 mm großer Käfer mit einem herrlichem Blau -grünen bis schwarzen Schimmer fällt meist im Sommer über unser Minzbeet her. Entweder werden die Blätter ganz verputzt oder es sind viele kleine Löcher zu sehen. Das enthaltene Menthol schreckt normal alle Insekten ab, dem Minzblattkäfer scheint es aber gut zu schmecken.

Minzblattkäfer-web

Die Bekämpfung – meist möchte man im Kräutergarten biologische Pflanzenschutzmittel verwenden und da die Minzen sehr gut schnittverträglich sind einfach knapp über dem Boden abschneiden. Aber auch die auf den Boden gefallenen Käfer aufsammeln, sonst freuen diese sich gleich über den Neuaustrieb. Man kann Minzen gut und gerne zweimal im Jahr zurückschneiden. Auch die angefressenen Blätter können noch für Tees verwendet werden. Ein biologisches Mittel wäre die Seifenlauge.

Nematoden gegen Dickmaulrüssler

Dickmaulrüssler sind wohl die am meisten gefürchtetsten Schädlinge des Gärtners.

Das Schadbild zeigt sich erst in der Gelbfärbung der Blätter anschließend im Blattfall und führt letztendlich leider oft zum Absterben der Pflanze. Dieses Schadbild tritt nicht nur bei Rhododendron, Kirschlorbeer und Kamelien sondern auch bei beliebten Kübelpflanzen, wie zum Beispiel Buchs, Trompetenblume  und Rabatten-Stauden auf! Zudem sind es nicht die großen, nachtaktiven Käfer sondern deren gefräßigen, weißen Larven mit braunem Kopf, welche sich an den wichtigen Wurzeln der Pflanze zu schaffen machen.

Eine Bekämpfung kann somit effektiv nur unter der Oberfläche stattfinden! Sehr bewährt hat sich der Einsatz von Nematoden (Fadenwürmer). Diese Winzlinge sind als Feinde der Dickmaulrüssler – die Freunde der Gärtner! Sie dringen in die  gefräßigen Larven ein und sondern ein für Mensch, Pflanze und Tier unbedenkliches Bakterium ab welches die Larve innerhalb weniger Tage abtötet.

Die beste Zeit Dickmaulrüssler zu bekämpfen ist April bis Mai und im Herbst von August bis September. Achten Sie nach der Ausbringung auf ein ausreichendes Wässern da die Nematoden sich im Bodenwasser bewegen.