Dimensionen des WIR

„Dimensionen des WIR“

Ein intermediales Projekt mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 8/13
der Max-Beckmann-Oberschule Reinickendorf.

Projektleitung: Ynez Neumann –Künstlerin

Andrea Wulff – Kunstpädagogin

Sabine Haendly – Klassenleiterin

Das Projekt umfasste den Prozess der Erschließung neuer künstlerischer Arbeitsweisen (Rauminstallation, Klangkunst und Performance) in Verbindung mit Themen aus dem Fach Ethik
(Gemeinschaftsgefühl / Rebellion, Fremdenfeindlichkeit / Respekt, etc.) sowie die Erarbeitung der abschließenden Präsentationen.
gefördert durch:

Bezirksamt Reinickendorf, Abteilung Schule, Bildung und Kultur
Native Plants, Gartenbaubetrieb Rogmans, Internetgärtnerei/Versandgärtnerei

Am Projekt „Dimensionen des WIR“ waren die 17 Schülerinnen und 9 Schüler der Klasse 7/13 bzw. 8/13 der Max-Beckmann-Oberschule Reinickendorf beteiligt. Der größte Teil der Umsetzung fand in den Räumen der Schule statt. Zum Abschluss der ersten Phase am Ende des Sommerhalbjahres 2015 gab es zwei Aufführungen im Mehrzweckraum vor Schüler_innen aus anderen Klassen, Lehrer_innen und einigen Eltern. Zur später folgenden Projektpräsentation in der Jugendkunstschule Atrium zum Beginn des neuen Schuljahres wurde öffentlich geladen. Es kamen Eltern und Verwandte sowie Vertreter des Bezirksamtes Reinickendorf.

Ablauf des Projektes:

Zu Beginn des Projektes stellten wir den Kinder die für sie neuen künstlerischen Formen der Rauminstallation, der Performance und der Klangkunst vor. Einer kurzen theoretischen Einführung folgte jeweils eine Phase, in der neue Methoden praktisch erprobt wurden. So konstruierten die Kinder Raumelemente aus Bambus und Papier, beschäftigten sich in kleinen Gruppen mit performativen Übungen und experimentierten mit klanglichen Interaktionen. Teil der Einführungsphase war auch der Besuch der Ausstellung „Moby Dick“ des Künstlers Michael Beutler im Museum für Gegenwartskunst „Hamburger Bahnhof“. Im Ethik-Teil des Projektes sprachen wir über Themen wie wahre und falsche Freundschaft, Verantwortung und Nationalitäten-Unterschiede. Die Schüler_innen fanden sich dann gemäß ihrer künstlerischen Vorlieben in insgesamt 5 Gruppen zusammen. Unter intensiver Betreuung bearbeiteten sie jeweils einen eigenen Bereich und somit ein eigenes Thema. Bereits während der Vorbereitungsphase hatte sich die Idee einer U-Bahn-Fahrt als tragendes Element herauskristallisiert. Die Aufnahme der Geräuschkulisse einer Fahrt zur Schule (letzte 5 Stationen) wurde zum auditiven Rahmen für die Zusammenführung der einzelnen Beiträge. In Abstimmung damit konstruierte eine Gruppe Bambus-Elemente, die für die Aufführungen zur visuellen Andeutung einer U-Bahn zusammengefügt wurden. Die Bambus-Elemente bestanden aus jeweils ca. 8 Stäben, die mit Kabelbindern als dreieckige Konstruktionen von 1×2,5 Meter fixiert wurden. Diese waren gut transportier- und lagerbar und konnten somit nach und nach vorbereitet werden. Während der Projekt-Präsentation im Atrium dienten die gleichen Elemente als Ausstellungsarchitektur. Eine andere Gruppe beschäftigte sich mit der Präsentation eines Raps zum Thema Fremdenfeindlichkeit („Hey, Mr. Nazi“ von Blumio). Zwei Gruppen erarbeiteten Tanz-Performances. Drei Mädchen schufen eine Klangcollage, die in der Aufführung auch performativ umgesetzt wurde. Die Schluss-Performance führte alle Schüler_innen in einem Sprechchor zusammen. Thematisch wurden in den verschiedenen Beiträgen Fragen des menschlichen Miteinanders beleuchtet. Unter anderem dienten uns Liedtexte von Pop-Songs als Basis für inhaltliche Erörterungen und Diskussionen. Die erarbeiteten Beiträge wurden nun zu einem Stück zusammengeführt und als Gesamtwerk geprobt. Währenddessen erstellte die Bambus-Gruppe die geplante U-Bahn-Konstruktion. Die Elemente wurden mit weiteren Stäben so aufgebaut, dass sie als ovaler Raumkörper einen Rahmen für die Performances bildete. Licht und Ton wurden eingerichtet. Am zweiten Tag erfolgte die Generalprobe. Obwohl die Schüler_innen selbst noch einige Unsicherheit verspürt hatten, waren die Aufführungen ein großer Erfolg. Das Publikum war hoch begeistert und zeigte dies unter anderem durch Szenenapplaus. Nach den Sommerferien wurde das Foto- und Video-Material der Erarbeitungsphasen und der Aufführungen von den Schüler_innen gesichtet und einzelne Fotos für die Präsentation ausgewählt. Ebenso wurden einzelne Ablaufpläne und Selbsteinschätzungen der Kinder, die sie im Laufe des Projektes anfertigten, aufbereitet. Drei Schüler_innen bereiteten eine mündliche Vorstellung des Projektverlaufes vor. Die Bambus-Elemente wurden in der Jugendkunstschule Atrium als selbst-stehende Ausstellungsarchitektur installiert und mit Fotos und Texten versehen. Es folgte die erneute Probe des Stücks, da alle Kinder den Wunsch verspürten, zur Projektpräsentation nicht nur die Videoaufnahme zu zeigen, sondern noch einmal selbst aufzutreten. Sowohl der Erfolg der ersten zwei Aufführungen, als auch die öffentliche Situation schufen eine neue Realität für die Kinder. Sie präsentierten sich diesmal mit erstaunlicher Selbstsicherheit und zeigten ihren Stolz auf das gemeinsam geschaffene Werk.

 

Gärtner Christoph
Ein Artikel von Gärtner Christoph

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