Heckenarten
Fast in jedem Garten werden Hecken, sogenannte "lebende Wände", benötigt. Ob als Schutz vor Wind oder Straßenlärm, als generelle Einzäunung oder für die Sicherung der Privatsphäre.
Vor dem Kauf steht immer erst die Frage, welche Art von Hecke benötigt wird:
- Möchten Sie eine geradlinige, einheitliche Hecke als Einfassung oder Zaunersatz, welche 1 bis 2 mal im Jahr geschnitten und in Form gebracht werden muss (Schnitthecke)? Diese Hecke besticht durch einen akkuraten Schnitt und bringt so "Ordnung" und "System" in Ihren Garten.
- Oder möchten Sie einen naturnahen Gehölzstreifen anlegen (Naturhecke), der insbesondere bei unseren einheimischen Singvögeln sehr beliebt ist. Meist wird solch eine Hecke mit verschiedenen Gehölzen angelegt - aufgrund der Fülle an geeigneten Pflanzen kann so sehr attraktiv gestaltet werden.
Schnitthecke oder Naturhecke?
Eine Schnitthecke zeichnet sich durch den regelmäßigen Schnitt und die meist geradlinige Form aus, meistens in einer einheitlichen Sorten gepflanzt. In der Regel benötigt man 2 bis 4 Pflanzen pro laufenden Heckenmeter (je nach Sorte). Bei der Pflanzung gerader Hecken empfiehlt es sich eine Schnur zu spannen. Es ist Ihnen überlassen, ob Sie einen Graben oder einzelne Pflanzlöcher ausheben, aber achten Sie auf jeden Fall darauf, dass der Boden der Pflanzgrube aufgelockert ist und eventuell auftretende Staunässe schnell versickern kann. Nach der Pflanzung und in den folgenden Wochen ist unbedingt auf eine ausreichende Wasserversorgung achten.
Eine Naturhecke kann dagegen mit einer Vielzahl von kombinierbaren Gehölzen angelegt werden (siehe Übersicht: Pflanzen für einen Gehölzstreifen). Diese Hecken lassen sich durch eine Auswahl von blühenden oder frucht- und blattschuck-tragenden Gehölzen ganzjährig attraktiv zusammenstellen. Wichtige Stellen können mit immergrünen Gehölzen (z. B. immergrüner Schneeball oder Feuerdorn) ganzjährlich begrünt werden. Zu dem schönen abwechslungsreichen Anblick kommt noch die "Gute Tat" in Hinblick auf unsere heimische Fauna hinzu, denn diese Hecken bieten vor allem Vögeln einen sicheren Nist- und Futterplatz. Eine Naturhecke benötigt später eine Breite von mindestens 1,5 Metern, wo hingegen eine Schnitthecke bei regelmäßigem Schnitt auf nur ca. 0,5 Meter Breite gehalten werden kann.
Es ist beispielsweise auch möglich, in der Naturhecke ein aus Weidenruten gebautes Häuschen einzupflegen, und so einen Abenteuer-Spielplatz im eigenen Garten anzulegen.
Mit einer Naturhecke holen Sie sich die Natur mit all ihren Annehmlichkeiten in den Garten.
Pflanzung einer Schnitthecke
Bei der Pflanzung einer Schnitthecke empfiehlt sich eine Reihenpflanzung. Dadurch erhalten Sie schon kurz nach der Pflanzung einen dichten Verband, welcher als Abgrenzung fungiert.
- Zuerst muss festgelegt werden, wo genau die Hecke gepflanzt werden soll. Bei einer Grenzbepflanzung sollten Sie sich zuerst über die örtlichen Vorschriften und Bestimmungen (wegen Pflanzabständen zu Zäunen und Höhenangaben) in Ihrer zuständigen Gemeinde informieren. Beziehen Sie Ihren Nachbarn bei Ihren Überlegungen mit ein - und wählen Sie eine Bepflanzung, welche für beide Parteien Vorteile hat. So vermeiden Sie eventuelle Konflikte schon vor der Pflanzung.
- Nachdem die Pflanzen ausgewählt und bestellt sind, graben Sie einen Graben, welcher ca. doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen. Achten Sie darauf, dass der Grund des Pflanzgrabens gut aufgelockert wird - so kann überschüssiges Wasser schnell versickern und Staunässe nicht auftreten. Tipp, falls Sie einen langen Pflanzstreifen haben: Es empfiehlt sich eine gespannte Schnur als Richtungsgeber, damit der Graben - und anschließend auch die Hecke - akkurat gerade verlaufen.
- Vor dem Setzen der gelieferten Pflanzen tauchen Sie diese bitte für ca. 10 Minuten in ein Wasserbad - bis keine Luftblasen mehr aufsteigen: Der Ballen ist dann mit Wasser gesättigt.
- So vorbereitet können Sie die Pflanzen - mit gleichem Abstand - in den Pflanzgraben setzen. Wir empfehlen als Faustregel 2,5 Pflanzen pro laufenden Meter Hecke, somit ergibt sich ein Pflanzabsstand von ca. 40 cm. Sortenspezifische Angaben über Pflanzabstände finden Sie in den jeweiligen Artikelbeschreibungen. Achten Sie darauf, dass alle Pflanzen gerade und in der selben Höhe gesetzt werden.
- Nachdem alle Pflanzen gesetzt und ausgerichtet sind, können Sie mit dem Verfüllen des Grabens beginnen. Falls nötig, verbessern Sie Ihre Gartenerde mit unserer Floragard Pflanzenerde. Drücken Sie die Erde gut an und achten darauf, dass alle Pflanzen gerade und gleichmäßig hoch eingepflanzt werden.
- Nach dem Anfüllen und Andrücken kommt das Wässern/Einschlemmen - eines der wichtigsten Punkte: Auch bei regnerischer Witterung sollte gegossen werden, denn durch das Einschlemmen mit viel Wasser schließen sich noch eventuell offene Hohlräume an den Wurzelballen. Damit ermöglichen Sie den Pflanzen ein bestmögliches Verwachsen in Ihrem Gartenboden.
- Das witterungsorientierte Gießen (auch bei Regen) in den kommenden Tagen/Wochen ist sehr wichtig und maßgeblich am Erfolg und Anwachsen beteiligt.
Bei der Pflanzung einer Naturhecke gibt es verschiedene Pflanzarten
Die Vorgehensweise ist ähnlich wie bei einer Pflanzung von Schnitthecken - der einzig größere Unterschied besteht darin, dass kein durchgehender Graben, sondern einzelne Löcher gegraben werden.
- Reihenpflanzung: Bei der Reihenpflanzung werden die Sträucher, die für eine Naturhecke geeignet sind (siehe Übersicht: Laubgehölze für eine Naturhecke), in einem Abstand von ca. 0,5 bis 0,75 Meter in eine Reihe gesetzt. Dieser Gehölzstreifen wird - je nach den ausgewählten Pflanzen - später 1,5 bis 2 Meter breit.
- Mehrreihenpflanzung: Bei der Mehrreihenpflanzung werden 2 bis 3 Reihen parallel mit einem Abstand von ca. 0,5 bis 0,75 Meter gepflanzt - der Pflanzabstand in der Reihe beträgt 1 bis 1,5 Meter. Die Pflanzen werden in den Reihen versetzt gepflanzt, so erhalten Sie eine sehr geschlossene und dichte Hecke. In der vordersten Reihe haben Sie die Möglichkeit, kleinbleibende und starkblühende Gehölze wie zum Beispiel einen Maiblumenstrauch (Deutzia gracilis) oder eine Sommerspiere (Spiraea jap. Anthony Waterer) zu pflanzen. Je nach Lage kann man aber auch vorn eine Obstreihe aus Himbeeren, Stachelbeeren oder Johannisbeeren setzen.
Pflege von Hecken
Schnitthecken sollten je nach gewählter Pflanze ein bis zweimal im Jahr geschnitten werden. Dafür empfiehlt sich eine elektrische oder benzinbetriebene Heckenschere.
- Koniferen sollten in der Regel nur Ende Juni/Anfang Juli beschnitten werden - achten Sie darauf, dass Sie nur im Bereich der grünen Triebe und Nadeln schneiden. Ein Rückschnitt in den kahlen Bereich vergrünt - wenn überhaupt - nur sehr schwer.
- Laub-Schnitthecken werden am besten zweimal im Jahr in Form gebracht. Einmal im zeitigen Frühjahr (März) ab ca. 3° CelsiusTagestemperatur. Der zweite Schnitt kann ab Anfang Juli erfolgen.
Naturhecken sollten ab dem 4-5 Standjahr regelmäßig verjüngt werden - das bedeutet: Entfernen Sie alte Triebe möglichst tief, ohne die jungen Triebe zu beschädigen. Dadurch bieten Sie den jungen Trieben die Möglichkeit sich besser zu entwickeln. Gehen Sie bei dem Rückschnitt so vor, dass keine großen Löcher im Verband entstehen. Bei einer Mehrreihenpflanzung kann im einen Jahr der vordere und im darauffolgenden Jahr, der hintere Streifen beschnitten werden - so wahren Sie sich den Sichtschutz. Pflanzenspezifische Rückschnittsregeln entnehmen Sie bitte der jeweiligen Pflanzenbeschreibung.
Wichtig vor jedem Schnitt: Gerade in Laub- und Nadelgehölzen nisten und brühten viele unserer Vogelarten über den Frühsommer/Sommer hinweg. Bitte kontrollieren Sie Pflanzen, Hecken und Gehölzstreifen vor dem Schnitt auf eventuelle Nester und Brutstätten - und verschieben die Arbeit falls nötig auf einen späteren Zeitpunkt. Auch Ihr Garten ist das Zuhause vieler Tiere und sollte diesen Schutz und Unterschlupf bieten - die Natur wird es Ihnen danken!
Weiterführende Informationen: